Urteil für Köpfe internationaler Schleuserbande

Darmstadt - Sein frühes Geständnis auch über Hintermänner ersparte den Ermittlern viel Arbeit. Dennoch gab es für einen Offenbacher Haupttäter im Darmstädter Schleuser-Prozess eine Haftstrafe.

Zwei Mitglieder einer international tätigen Schleuserbande sind vom Landgericht Darmstadt zu Haft- und Geldstrafen verurteilt worden. Die beiden als Haupttäter eingestuften Mitglieder einer sechsköpfigen Gruppe hatten eingeräumt, zwischen Februar und April 2010 mehrere Männer vorwiegend ausIrak, Iran und Syrien von Italien aus nach Deutschland und Skandinavien geschleust zu haben. Dafür hätten sie jeweils Beträge von mehreren hundert Euro erhalten, so das Gericht.

Zwei Jahre und acht Monate Haft

Der Hauptangeklagte, ein 39-Jähriger aus Offenbach, muss wegen banden- und gewerbsmäßiger Einschleusung von illegalen Flüchtlingen für zwei Jahre und acht Monate in Haft. Sein 36 Jahre alter Helfer erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro. Vier andere Mitglieder der Bande waren zuvor bereits zu Geldstrafen verurteilt worden.

Als strafmildernd wertete die Kammer das frühe Geständnis des 39-Jährigen. „Ohne dieses Geständnis hätten wir noch viel mehr Tage investieren müssen, um Licht ins Dunkel zu bringen“, so der Vorsitzende Richter Christoph Trapp in seiner Urteilsbegründung am Ende des siebten Verhandlungstages.

Infos über Hintermänner

Der Angeklagte habe auch über die Hintermänner der Schleusungen berichtet, von denen allein 20 aktuell in Italien inhaftiert seien. „Das lässt erahnen, welches Netzwerk dort entstanden ist“, ergänzte der Richter. Dennoch habe der 39-Jährige „hohe geschäftliche und kriminelle Aktivitäten“ gezeigt, indem er „tausende Telefonate“ geführt habe, um die Schleusungen zu organisieren, und viele Kilometer gefahren sei.

Zudem habe er Geld für die Fahrten erhalten. Wie viel genau, lasse sich jedoch nicht mehr eindeutig feststellen, so die Kammer, da es „Garantieschleusungen“ gegeben habe: Nur bei Erfolg sei gezahlt worden. Der Helfer war ebenfalls geständig. Zwar räumte er seine Beteiligung erst am letzten Verhandlungstag ein, dennoch wertete die Kammer diese Aussage auch als positiv.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio/Edith Ochs

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