Urteil: 13 Jahre Haft für Tötung von drei Babys

Limburg - Das Landgericht in Limburg hat eine Frau verurteilt, weil sie ihre drei Babys umgebracht hat. Das Gericht schickte die Mutter nun für 13 Jahre ins Gefängnis.

Weil sie ihre drei Babys jeweils nur wenige Wochen nach der Geburt getötet hat, muss eine Mutter für 13 Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Limburg verurteilte die 33-Jährige am Donnerstag wegen Totschlags in drei Fällen. "Sie fühlte sich mit ihrer Rolle als Mutter überfordert", sagte die Vorsitzende Richterin Karin Walter bei der Urteilsbegründung. Mordmerkmale wie etwa niedrige Beweggründe hätten aber nicht vorgelegen.

Die Frau aus Villmar (Landkreis Limburg-Weilburg) hatte gestanden, in den Jahren 2004, 2006 und 2009 ihre beiden Söhne und eine Tochter mit einem Spucktuch erstickt zu haben. Vor Gericht hatte die Mutter ausgesagt, dass sie das Geschrei ihrer Kinder nicht mehr ertragen konnte. Letztendlich habe aber ein Bündel von Motiven zu den Taten geführt, erklärte die Richterin. Das Schreien der Kinder sei lediglich ein Teilaspekt gewesen.

Dem Vater der Kinder sagte die Frau nichts von ihren Taten. Sie erzählte stattdessen, die Säuglinge seien an plötzlichem Kindstod gestorben. Der Mann hatte zeitweise in Russland gelebt. Gerichtsmediziner und Ermittler waren erst auf die Fälle aufmerksam geworden, als das dritte Baby obduziert wurde.

Im Prozess hatte die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes und die Feststellung der besonderen schwere der Schuld gefordert. Die Verteidigung plädierte auf vier Jahre Haft wegen Totschlags in einem minderschweren Fall. Ob die Anklagebehörde in Revision gehen wird, war zunächst noch offen. Dies werde jedoch ernsthaft geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen.

dpa

Quelle: op-online.de

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