Versicherung verweigert Behandlungskosten

Kurioser Rechtsstreit um die Rettung einer Kuh

Frankfurt - Ein Mann hilft seinem Bruder, einem Landwirt, bei der Rettung einer Kuh. Dabei verletzt er sich, die Unfallversicherung weigert sich, die Behandlungskosten zu übernehmen. Der Fall landet vor Gericht, nun gibt es ein Urteil.

Die dramatische Rettung einer Kuh hat in Frankfurt die Gerichte beschäftigt. Das Tier drohte zu ersticken, der Bruder des Landwirts griff ein und wurde dabei verletzt. Muss die Unfallversicherung zahlen oder war es nur eine Gefälligkeit unter Verwandten? Das Sozialgericht Frankfurt gab heute bekannt: Auch wenn der Bruder nicht auf dem Hof arbeitete, handelte es sich um einen Arbeitsunfall, denn bei Unglücksfällen gelten andere Regeln.

Die Kuh des 57 Jahre alten Nebenerwerbslandwirts hatte sich im Stall in einer Kette verhakt. Der Bauer rief seinen 62-jährigen Bruder zu Hilfe, der in der Nähe wohnte. Der befreite die Kuh, wurde dabei aber getreten und brach sich den Unterschenkel. Die Berufsgenossenschaft weigerte sich zu zahlen: Der Bruder habe nicht auf dem Hof gearbeitet und sei daher auch nicht unfallversichert.

Der Landwirt klagte dagegen. Der Bruder sei „wie ein Beschäftiger" für ihn tätig gewesen, die Rettung sicher mehr als eine Gefälligkeit. Schließlich sei der Bruder ein großes Risiko eingegangen und die Kuh habe eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für den Hof. Das Sozialgericht gab dem Mann recht - wenn auch mit anderen Argumenten. Die Rettung war ein Notfall und nach den gesetzlichen Bestimmungen ist jeder unfallversichert, der bei Unglücksfällen Hilfe leistet.

dpa

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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