Schätzungen: Mehr als 700.000 Verganer bundesweit

Erster veganer Supermarkt Hessens öffnet

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Inhaberin Olivera Miloradovic räumt in ihrem Geschäft namens "Veganz" im Frankfurter Ortsteil Bornheim Ware in die Regale.

Frankfurt - Vom Nagellack über Milchersatz bis hin zum Soja-Schnitzel - rund 6000 rein pflanzliche Artikel hat ein neuer Supermarkt im Sortiment, der am Freitag in Frankfurt eröffnet.

Mit seinem Angebot richtet er sich an Menschen, die sich vegan ernähren - und damit auf tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier verzichten. Es ist der zweite derartige Supermarkt in Deutschland, der erste öffnete vor eineinhalb Jahren in Berlin seine Türen. Der Geschäftsführer der Kette Veganz, Jan Bredack, will noch weiter expandieren, auch Wien und Zürich stehen auf seiner Liste mit neuen Standorten. "Ich will in allen großen europäischen Städten denjenigen eine Anlaufstätte bieten, die sich pflanzlich ernähren", sagte Bredack. Aber auch alle andere seien willkommen, vegane Produkte auszuprobieren, denn sie seien gesund und umweltschonend.

Die Zahl der Veganer steigt nach Angaben des Vegetarierbunds Deutschland seit einigen Jahren. "Im Schnitt kommen täglich 200 hinzu", sagt Geschäftsführer Sebastian Zösch. Auf mehr als 700.000 schätzt er ihre Zahl bundesweit. Darauf reagiere auch der herkömmliche Lebensmittel-Einzelhandel. Das Sortiment von vegetarischen und veganen Produkte steige dort stetig. Im neuen Frankfurter Supermarkt werde es zahlreiche Alternativen zu Produkten aus Fleisch, Milch und Eiern geben, sagte Bredack: Allein 77 Käsealternativen soll es in der Kühltheke geben - gefertigt aus Erbsenpüree, Kartoffelstärke und Soja.

Hinzu kämen mehr als 40 Getränke, die anstelle von Milch verwendet werden können - auf der Basis von Hafer, Gerste, Reis, Kokos, Mandeln oder Soja. Auch Kosmetika, Hygieneartikel, Backwaren sowie frisches Obst und Gemüse gebe es zu kaufen. "Wir wollen die Menschen nicht missionieren, sondern zeigen, was alles möglich ist", sagte der Geschäftsführer.

Die Frankfurterin Jeannine Kraft ernährt sich seit 17 Jahren vegan. Sie freue sich vor allem auf das Bistro, das zu dem neuen Supermarkt gehören werde, und auf das Angebot an Käse-Alternativen: "Das bestelle ich bisher im Internet, aber da kann ich es dann gleich mitnehmen", sagt die 35-Jährige. Um ihre Gesundheit sorgt sich Kraft trotz des Verzichts auf Milch und Eier nicht: "Ich denke, dass ich gesünder lebe als diejenigen, die sich gar nicht um ihre Ernährung kümmern und vor allem Fertigprodukte essen."

dpa

Quelle: op-online.de

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