Lebensmittelskandale

Verbraucherschutz: Kunden erneut hinters Licht geführt

Offenbach - Großer Unmut bei Verbraucherschützern: Jutta Gelbrich, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen, äußert sich entsetzt über Reaktionen von Politik und Behörden auf die Lebensmittelskandale.

„Verbraucherinformationen über betroffene Produkte, Anbieter und Verantwortliche sind weitgehend Fehlanzeige“, so Gelbrich. Verbraucher müssten sich weiterhin mühsam spärliche Informationen über betroffene Produkte zusammensuchen. „Es ist skandalös, dass die Mängel in den Lebensmittel- und Futtermittelkontrollen und die Interpretationsspielräume im Verbraucherinformationsgesetz nicht ausgeräumt werden; Verbraucher haben ein Recht auf Schutz vor Täuschung.“

Auch der jüngste Skandal um hochgradig krebserregende Schimmelpilzgifte in serbischem Futtermais belegen ihrer Meinung nach das Versagen der Eigenkontrollen der Betriebe und der amtlichen Überwachung. Die Verbraucherschützerin: „Obwohl in diesem Fall sogar eine mögliche Gesundheitsgefahr durch die Belastung mit Schimmelpilzgiften in Milch nicht auszuschließen war, blieb unklar, welche Produkte möglicherweise betroffen waren.“ Verbraucher könnten sich kein eigenes Bild machen, „da sie nur unzureichende Infos erhalten“.

Für Gelbrich steht fest: Die von der Bundesregierung beschlossenen Nachbesserungen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch reichen nicht aus. So sollen die Verbraucher zwar bei „erwiesener erheblicher Täuschung“ informiert werden. Doch wann das der Fall ist, bleibt im Ermessen der Behörden. Die Absichten seien so schwammig formuliert, dass nicht klar werde, ob Verbraucher wirklich umfassend über Verstöße informiert würden. Erst wenn mindestens 350 Euro Bußgeld anfallen, müssten Behörden Verstöße veröffentlichen.

psh

Lebensmittelskandale in Deutschland

Lebensmittelskandale in Deutschland

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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