Vergiftung wegen falscher Beschriftung

Bad Homburg (dpa) ‐ Ein falsch beschrifteter Behälter hat vermutlich zu dem schweren Behandlungsfehler in einer Bad Homburger Klinik geführt. Einem 85 Jahre alten Patienten war am 21. Oktober Lösungsmittel bei einer Blasenspülung verabreicht worden.

Dem Patienten geht es inzwischen wieder besser, nachdem er zunächst in Lebensgefahr geschwebt hatte. Er wurde mittlerweile an die Universitätsklinik Gießen verlegt. Klinik-Sprecherin Julia Hefty sagte gestern der Nachrichtenagentur dpa, das Lösungsmittel Isopropanol sei in einen Behälter umgefüllt worden, in dem sonst eine Flüssigkeit zur Blasenspülung aufbewahrt werde.

Dies sei im Lager einer Pathologie-Praxis geschehen, die Räume im Klinik-Gebäude angemietet hat. Eine Schwesternschülerin habe die falsch etikettierte Flüssigkeit für die Blasenspülung zudem versehentlich aus dem Lager der Pathologie geholt. Das Pathologie- und das allgemeine Lager lägen dicht beieinander. Der Raum sei außerdem nicht abgeschlossen gewesen.

Lagerräume sollten weiter auseinanderliegen

Klinik-Sprecherin Hefty sagte, die Wirkung von Isopropanol auf den 85-Jährigen sei mit einer Alkoholvergiftung vergleichbar. In Medienberichten war zunächst vermutet worden, dass dem Rentner das giftige Lösungsmittel Xylol verabreicht worden war. Die Sprecherin sagte außerdem, dass Isopropanol nach der Gefahrenstoff-Verordnung stets gekennzeichnet werden müsse. Maßnahmen gegen die Pathologie-Praxis würden noch juristisch geprüft. In jedem Fall sollten die beiden Lagerräume weiter auseinanderliegen und das Lager der Pathologie zwingend abgeschlossen sein.

Die Angehörigen des betagten Patienten hatten bereits angekündigt, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Die Kriminalpolizei Bad Homburg ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Quelle: op-online.de

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