Verhalten des Opfers bringt dem Täter Milde

Frankfurt - Nach mehr als einem halben Dutzend Schüsse auf einen Geschäftsmann ist ein 37-Jähriger in Frankfurt zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts ging gestern in ihrem Urteil von Totschlag aus.

Der Angeklagte hatte im Prozess gestanden, im April 2011 den 42 Jahre alten Inhaber eines Wettbüros und Internet-Cafés in Frankfurt-Höchst erschossen zu haben. Beobachter sprachen von einer regelrechten Hinrichtung. Motiv waren Spielschulden des Angeklagten. In der Urteilsbegründung ließen die Richter kein gutes Haar an dem als brutal geltenden und vorbestraften Geschäftsmann. Bei ihm hatte sich der Angeklagte 1000 Euro geliehen, für die das spätere Opfer 20 000 Euro als Rückzahlung forderte. „Der Angeklagte stand mit dem Rücken zur Wand und hatte Angst. Da verhält man sich selten vernünftig“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Dazu seien die verbalen und körperlichen Entgleisungen des Opfers gekommen. Kurz vor der Tat hatte er dem Angeklagten gedroht. Könne er nicht zahlen, solle er ihm halt seine Ehefrau schicken. Das sei „im hohen Maße erniedrigend für den Angeklagten und seine Frau“ gewesen, hieß es im Gericht. Im Strafmaß blieb die Kammer erheblich hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück. Diese hatte auf einen Mord und eine lebenslange Haftstrafe plädiert.

dpa

Quelle: op-online.de

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