Zur Verkehrsberuhigung Schilderwald ausgedünnt

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Auf den Gemeinschaftsstraßen sollen die Verkehrsteilnehmer aufeinander aufpassen.

Frankfurt ‐ Der Schilderwald ist gerodet und ein ungewöhnliches Verkehrsprojekt gestartet: Die Bewohner des Frankfurter Ortsteils Nieder-Erlenbach haben es in ihrem Ortskern künftig übersichtlicher, 56 Verkehrszeichen wurden abmontiert.

Damit seien erstmals in Hessen sogenannte Gemeinschaftsstraßen eingerichtet worden, sagte der städtische Verkehrsdezernent Lutz Sikorski am Donnerstag bei der offiziellen Eröffnung. Dem Prinzip des „Shared Space“ (gemeinschaftlich genutzter Raum) folgend, sollen Fußgänger, Fahrrad-, Bus- und Autofahrer ebenso wie Traktoren und Mofas die Straße gleichberechtigt nutzen.

Auf vier Straßen im Stadtteil wurden die ehemalige Fahrbahn und Bürgersteige auf gleicher Höhe gepflastert. Die Verkehrsschilder sind bis auf wenige Ausnahmen wie Hinweise auf Sackgassen entfernt. Es gilt die Vorfahrtsregel „Rechts vor links“ sowie die gültige Tempo-30-Zone. Neue Schilder und eine Markierung im Schachbrettmuster an den Einfahrten weisen auf die „Gemeinschaftsstraßen“ hin. „Hier muss nun jeder die Augen aufhalten und auf die anderen achten“, sagte Sikorski. Dadurch versprechen sich die Mitglieder vom Ortsbeirat, der die Idee mitträgt, mehr Sicherheit für Kinder und Ältere. Außerdem solle der neue Straßentyp dafür sorgen, dass mehr Leute einen anderen Weg als durch die Ortsmitte suchen.

Urteil: grundsätzlich positiv

Der hessische Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) beurteilt die „Gemeinschaftsstraßen“ grundsätzlich positiv: „Es ist ein guter Ansatz zur Verkehrsberuhigung, weil so Leuten abgewöhnt wird, ihr Revier zu markieren“, sagte ein Sprecher des Verbandes . Dennoch seien Bedenken berechtigt, dass einige Verkehrsteilnehmer weiterhin das Recht des Stärkeren durchsetzen wollten. Daher sei das Prinzip des „Shared Space“ eher abseits von Bundes- und Landesstraßen geeignet.

dpa

Quelle: op-online.de

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