Öko-Verkehrsclub VCD:

„Teurere Parkgebühren sind gerechtfertigt“

+
Der Verkehrsclub Deutschland begrüßt die Pläne der Stadt Frankfurt, die Parkgebühren drastisch zu erhöhen.

Frankfurt - Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt die Pläne der Stadt Frankfurt für eine Anhebung der Parkgebühren.

Nach beinahe zwei Jahrzehnten Preiskonstanz, sei es, so der Sprecher der VCD Regionalgruppe, Holger Greiner, „angemessen und längst überfällig, dass die Parkgebühren in der Mainmetropole entsprechend angepasst werden“. Während im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs Preissteigerungen von drei bis vier Prozent im Jahr der Regelfall seien, blieben Parkgebühren über Jahrzehnte hinweg unverändert.

Gleichzeitig sei in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt, so Greiner, dass „die Pkw-Nutzer kaum angemessen an den Kosten, die der Autoverkehr in den Städten verursacht, beteiligt werden.“ Nur ein Bruchteil der Ausgaben, sei, wie in einer Studie des VCD ermittelt wurde, durch kommunale Einnahmen wie Parkgebühren oder Finanzmittel von Bund und Ländern gedeckt.

Club hofft auf Lenkungswirkung

Der Kostendeckungsgrad des Autoverkehrs liege dabei bei 15 bis 45 Prozent und bliebe in der Regel weit hinter der Kostendeckung des wesentlich umweltverträglicheren öffentlichen Nahverkehrs zurück. Jeder Bewohner einer Stadt, egal ob Autonutzer oder nicht, sei daher gezwungen, den Autoverkehr und damit die Errichtung von Parkflächen, mit 100 bis 150 Euro im Jahr zu subventionieren - in Frankfurt beispielsweise durch die hohen Gebühren für die Straßenreinigung.

Für Frankfurt erhofft sich der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub von der Steigerung der Parkgebühren auch eine Lenkungswirkung, was die Verkehrsströme und das Parkverhalten angeht. Autos sollten nach Einschätzung des VCD in Parkhäusern abgestellt werden, in denen die Gebühren auch weiterhin niedriger bleiben müssten als bei Parkplätzen im Straßenraum.

"Konsequente Ausweitung nötig"

Um den Parkdruck und den Suchverkehr auch in den Wohngebieten zu reduzieren, sei aber eine konsequente Ausweitung von gebührenpflichtigen Parkplätzen auf alle Straßen zumindest der citynahen Stadtteile notwendig.

Denn häufig könnten teuren Stellplätze in Quartiers- und Anwohnergaragen nicht oder nur unzureichend vermietet werden, weil die kostenfreien Stellplätze auf der Straße von den Autofahrern bevorzugt würden. Mittel- und langfristig könnten so öffentliche Flächen zurückgewonnen, die Lebensqualität in der Innenstadt weiter gesteigert werden. Ein Teil der zusätzlichen Gebühren sollte, so der VCD, in den Ausbau umweltverträglicher Mobilität fließen.

(mic)

Quelle: op-online.de

Kommentare