Verband zieht Standort-Alternativen in Betracht

Galopprennbahn: DFB verliert die Geduld

Die Zuschauertribüne des Renn-Klubs
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Frankfurt - Wird die Fußball-Akademie und der neue Sitz des Deutschen Fußball-Bundes noch in Frankfurt gebaut? Die Zweifel nach dem langen juristischen Streit um das dafür vorgesehnen Rennbahngelände wachsen. Der DFB plant schon, sich nach anderen Standorten umzusehen.

Der Deutsche Fußball-Bund verliert im juristischen Dauerstreit um die Bebauung der Frankfurter Rennbahn allmählich die Geduld. Sollte es bis zur nächsten Präsidiumssitzung am 19. Mai keine Rechtssicherheit geben, „werden wir anfangen, uns nach anderen Flächen umzusehen“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Gemeint seien damit mögliche Standorte für den Bau des DFB-Leistungszentrums und dem neuen Verbandssitz in anderen Städten, hieß es.

Zugleich kündigte Grindel an, ohne Rechtssicherheit auch den für September geplanten außerordentlichen Bundestag abzusagen. Das DFB-Präsidium wollte sich dabei die Zustimmung für das Großprojekt sichern. Die Kosten dafür bezifferte Grindel laut Zeitung auf rund 140 Millionen Euro. Ursprünglich waren rund 90 Millionen Euro veranschlagt worden. Die Steigerung hänge laut Grindel unter anderem mit der zusätzlich geplanten Ballhalle zusammen. Zudem sei das Gefälle auf dem Rennbahngelände stärker als angenommen. „Das erhöht die Kosten“, erklärte Grindel.

Die Stadt hatte dem DFB das Gelände für Anfang 2016 vertraglich zugesichert. Der um den Verbleib kämpfende Renn-Klub verhinderte mit Prozessen aber bisher eine Übergabe. Für den 5. Mai hat das Oberlandesgericht Frankfurt einen Berufungstermin angesetzt, bei dem geklärt werden soll, ob die Stadt dem Renn-Klub den Pachtvertrag ordnungsgemäß gekündigt hat. Auf die Frage, wie lange der DFB noch Geduld habe, sagte Grindel: „Nicht mehr lange.“ Wie der DFB-Chef dem Bericht zufolge weiter sagte, habe ein kürzlicher Beschluss des Oberlandesgerichts, wonach die Stadt die Rennbahn nicht sofort räumen und der Renn-Club bis 2024 bleiben dürfe, für Verunsicherung gesorgt. Denn der Verband müsse spätestens 2021 die Zentrale „in eine neue Heimat“ verlegen. „Wir können nicht auf unabsehbare Zeit die Dinge so laufen lassen“, sagte Grindel. Ein Grund sei auch die derzeitige Bürosituation für die rund 300 Mitarbeiter in der aktuellen Zentrale in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise, die er als „nicht mehr zumutbar“ bezeichnete. (dpa)

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