Verschuldet, aber zufrieden

Kreis Offenbach zieht positive Jahresbilanz

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Ist zufrieden: Landrat Oliver Quilling (CDU)

Dietzenbach - Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden - doch abgesehen davon zeigt sich Oliver Quilling (CDU), Landrat des Kreises Offenbach, zufrieden mit der Bilanz des zu Ende gehenden Jahres. Von Christian Riethmüller

„Im Kreis Offenbach haben wir vieles erfolgreich bewegen können“, sagte der Landrat am Dienstag im Kreishaus in Dietzenbach und wurde in dieser Einschätzung von der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger (CDU) und dem Kreisbeigeordneten Carsten Müller (SPD) bestätigt.

Erfreulich, so die Kreisspitze, seien etwa der gute Zustand der Schulen, den in einer Umfrage auch die große Mehrheit der Schulleitungen bescheinigte. Die Schulleiter äußerten sich zudem sehr positiv über die Dienstleitungen der für den Erhalt der Schulgebäude zuständigen Projektgesellschaften. Claudia Jäger sah in dieser Zustimmung auch eine Bestätigung des Public Private Partnership (PPP)-Modells. Das koste zwar derzeit viel Geld, doch könnten dafür alle für die Schulen Verantwortlichen ruhig schlafen, weil die Gebäude etwa beim Brandschutz auf dem neusten Stand seien. Wie Carsten Müller ergänzte, seien außerdem 2019 die Investitionen abbezahlt, was dem Kreis dann auch wieder größeren finanziellen Spielraum erlaube.

Ganztagsschulkonzept beschlossen

Zufrieden zeigte sich der Kreis auch mit den Zahlen zur Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Insgesamt nähmen 6498 von 12.397 Kindern im Grundschulalter ein Ganztagsbetreuungsangebot wahr, was einer Quote von 52,42 Prozent entspricht. Wie Quilling sagte, hat der Kreisausschuss am Montag das Ganztagsschulkonzept beschlossen, das heute in der Kreistagssitzung vorgelegt werden soll.

Der Kreisausschuss hat am Montag zudem entschieden, eine außerordentliche Auszahlung in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung zu stellen, mit der der Kreis zusätzliche Unterkünfte für Asylbewerber schaffen kann. Die Zahl der Flüchtlinge in Hessen steigt - auch im Kreis Offenbach, wo bis Ende 2014 knapp 700 Asylbewerber erwartet werden. Weil der Kreis derzeit aber nur über 364 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften verfügt und deshalb viele Menschen in Hotels untergebracht werden müssen, wird im Kreishaus darüber nachgedacht, selbst weitere Unterkünfte zu bauen.

Sparziel nicht erreicht

Ein solcher Schritt wird allerdings neue Investitionen erfordern und den Kreis damit weiter ins Defizit treiben. Gemäß Schutzschildvereinbarung dürfte das Defizit maximal 34,3 Millionen Euro betragen. Der Kreis muss dem Kreistag heute allerdings ein Defizit von 41,4 Millionen Euro präsentieren. Wie das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als Aufsichtsbehörde auf diese Abweichung reagieren wird, steht noch nicht fest. Allerdings ist der Kreis Offenbach auch nicht die einzige Kommune, die das Sparziel nicht erreicht. Die vielfältigen Herausforderungen verschlingen größere Summen als gedacht.

Quelle: op-online.de

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