Im Islamisten-Prozess soll bald das Urteil fallen

Verteidiger fordern Freispruch

Frankfurt - Im Frankfurter Prozess um eine anonyme Terrordrohung hat die Verteidigung einen Freispruch des Angeklagten gefordert.

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Der 25-Jährige sei weder Mitglied der Terrororganisationen Al-Kaida in Afghanistan oder Al-Shabab in Somalia gewesen noch habe er sich der Vortäuschung eines Sprengstoffanschlages schuldig gemacht, sagten die beiden Rechtsanwälte am gestrigen Montag vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main. Als der Angeklagte im November 2010 in einem Telefonanruf beim Bundeskriminalamt (BKA) Sprengstoffanschläge auf den Bundestag angekündigt habe, sei er tatsächlich davon überzeugt gewesen, dass die Terrororganisation Al-Kaida Attentäter in Richtung Berlin entsandt hätte, sagte der Verteidiger. Zuvor habe er sich in Afghanistan aufgehalten und auch Kontakte mit Al-Kaida-Mitgliedern unterhalten, die ihn möglicherweise mit falschen Informationen gefüttert hätten. „Gekämpft hat er jedoch weder in Afghanistan noch später in Somalia“, sagte der Verteidiger.

Terrorlager in Pakistan

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Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts will am kommenden Donnerstag, 23. Januar, das Urteil verkünden. Die Bundesanwaltschaft hatte eine neunjährige Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Er steht seit Juni vergangenen Jahres vor Gericht. Nach dem Anruf beim BKA waren bundesweit die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. 

dpa

Quelle: op-online.de

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