Ausbaukritiker legen „geheime“ Pläne vor

Windparks treffen nicht alle gleich

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Wiesbaden - Die Verteilung von Windenergieanlagen in Hessen ist ein unkalkulierbares Thema im Wahlkampf. Wohl auch deshalb ist der Plan des Regionalverbands für Südhessen bisher nur teilweise bekannt. Von Michael Eschenauer

Jetzt haben Kritiker einer flächendeckenden Landschaftsmöblierung die Konzepte an die Öffentlichkeit gebracht. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) meldet, wären vor allem Gebiete im Rheingau-Taunus-Kreis und im Odenwald von der Energiewende betroffen. Die Veröffentlichung geht zurück auf Aktivisten der Internetplattform „Windkraft - Ja, aber...“. Unterschieden werden darin zwei Varianten: Das Konzept der schwarz-gelben Landesregierung -fixiert im Landesentwicklungsplan- basiert auf der Vorgabe, zwischen Siedlungen und Windanlage einen Mindestabstand von 1000 Metern einzuhalten. Außerdem darf die Windgeschwindigkeit in 140 Metern Höhe nicht unter 5,75 Meter pro Sekunde liegen. Der rot-grüne Regionalverband lockert die Bedingungen: Ihm reichen 750 Meter Abstand und eine Windgeschwindigkeit von 5,5 Metern. Damit würde der „schwarz-gelbe“ Landesentwicklungsplan 2300 Windräder, das Konzept des rot-grün dominierten Regionalverbandes in Südhessen mehr als 5360 Anlagen ermöglichen.

Die Verteilung, diesen Rückschluss erlauben die der FAZ vorliegenden Zahlen, ist höchst unterschiedlich: So könnten im Odenwald je nach Planungkonzept sechs oder 13,3 Prozent der Kreisfläche mit 375 oder sogar 830 Windrädern bestückt werden. Im Rheingau-Taunus-Kreis kommen 7,5 oder gar 14,9 Prozent der Kreisfläche für Windanlagen in Frage. Die würde den Bau von 610 beziehungsweise 1212 Windmühlen gestatten. Platz drei belegt der Main-Kinzig-Kreis: Hier würde Schwarz-Gelb fünf, Rot-Grün aber 10,6 Prozent der Kreisfläche freigeben. Dies wären dann 699 beziehungsweise 1518 „Spargel“. Wetterau: 2,3 beziehungsweise 5,6 Prozent der Kreisfläche mit 250 oder 619 Anlagen; Darmstadt-Dieburg: zwei oder 9,1 Prozent Fläche mit 132 beziehungsweise 600 Windrädern; Offenbach bekäme von Rot-Grün 22, Frankfurt 29 Windräder, von Schwarz-Gelb gar nichts.

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Quelle: op-online.de

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