Video hilft im Kampf gegen Vandalismus

Allein bei den Offenbacher Verkehrsbetrieben entstehen jedes Jahr durch die mutwillige Beschädigung in und an Bussen sowie an Streckeneinrichtungen Kosten in Höhe von rund 50 000 Euro.

Offenbach/Hanau/Frankfurt - Sitze aufgeschlitzt, Wände - egal ob von Fahrzeugen oder Stationen - beschmiert, Scheiben zerkratzt oder eingeschlagen: Immer wieder klagen Fahrgäste und Verkehrsbetriebe über „Vandalen“.

 „Mit dem germanischen Volk der Vandalen haben diese Vorgänge allerdings wenig zu tun, eher mit blinder Zerstörungswut, wie sie eine moderne Gesellschaft unweigerlich zu erzeugen scheint“, heißt es jetzt in der „Vandalismus“-Bilanz 2008 der Verkehrsgesellschaft Frankfurt.

Inzwischen werden im Rhein-Main-Gebiet aber erste Erfolge im Kampf gegen die Zerstörungen verbucht. Der Ausbau der Videoüberwachung hat sich offenbar bewährt. „Aufgrund der Videoaufzeichnung, aber beispielsweise auch durch die gegenüberliegende Bestuhlung im hinteren Bereich der großen Gelenkbusse - so genannte Kommunikationsecken - können wir keinen Anstieg der Vandalismusschäden verzeichnen“, erklärte Christine Wüst-Rocktäschel von den Offenbacher Verkehrs-Betrieben (OVB) gestern. Mittlerweile seien über dreißig Busse mit Kameras ausgestattet, die das Geschehen in den Bussen aufzeichnen. „Dabei werden die gesammelten Daten aus Datenschutzgründen allerdings nur in Zusammenarbeit mit der Polizei ausgewertet, wenn es einen tatsächlichen Vorfall gab“, erläutert sie.

Die Hanauer Straßenbahn AG (HSB) setzt Videoüberwachung für den Busbahnhof Freiheitsplatz und fast alle Busse ein. „Dies geschieht vorbeugend gegen Vandalismus. Daher ist die Zahl zerschnittener Sitze in den vergangenen zwei bis drei Jahren stark zurückgegangen, dieses Delikt ist ziemlich selten geworden“, berichtet Joachim Haas-Feldmann von der BeteiligungsHolding Hanau. Anders verhalte es sich mit Schmierereien. Diese zu beseitigen, beschäftige die HSB-Werkstatt häufig. In fast allen Fällen gehe es dabei um die Sitz-Rückenlehnen.

Christine Wüst-Rocktäschel verweist auf „eine Vielzahl von Maßnahmen, um Vandalismus präventiv erst gar nicht möglich zu machen“, so die Zusammenarbeit mit vielen Offenbacher Schulen - „Vandalismuspräventionsarbeit wie etwa in der Busschule oder dem Projekt Busbegleiter, beide in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund“.

Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Frankfurt haben Vandalen an Haltestellen und Stationen im Bereich der VGF 2008 Sachschäden in Höhe von 316.375 Euro angerichtet, 10.320 Euro mehr als im Vorjahr. Allein an den unterirdischen U-Bahn-Stationen verursachten die Täter Schäden von rund 165.493 Euro. Zu den Zerstörungen und Schmierereien an den Haltestellen kamen noch 352.802 Euro für Schäden an Bussen, Straßen- und U-Bahnen. Das waren 12.898 Euro weniger als im Jahr zuvor. Die VGF führt das vor allem auf mehr Video-Überwachung in den Bussen zurück. An den 223 U-Bahnen richteten die Täter 255.984 Euro Schaden an, an den 176 Bussen 72.550 Euro und an den 103 Straßenbahnen 24.268 Euro.

Zerkratzte Seitenscheiben werden von der VGF wegen „der ausufernden Kosten nicht umgehend ausgetauscht“. Der Ersatz der Seitenscheibe eines U-Bahn-Zugs des Typs U4 schlage mit Lohn- und Materialkosten von rund 530 Euro zu Buche, bei der Scheibe eines „R“-Straßenbahnwagens seien es 610 Euro.

Quelle: op-online.de

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