Feinstaubbelastung und Umweltzonen

Viel Aufwand, wenig Ertrag

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Ralf Enders

Eine Senkung der Feinstaubwerte durch Umweltzonen sei kaum nachzuweisen. Dennoch sei die Idee richtig, schließlich soll die Belastung der Luft gesenkt werden. Von Ralf Enders

Aha! Was das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie zur Wirkung von Umweltzonen meint, klingt eher nach Durchhalteparolen denn nach Überzeugung. Umweltzonen - wie seinerzeit die Abgasuntersuchung oder das Dosenpfand droht der Begriff zum Synonym für staatliche Regelungswut mit höchst überschaubarem Nutzen zu werden. Die EU schreibt die Einhaltung von Feinstaubgrenzwerten vor, und wir machen halt mal eine Umweltzone. Gegner und Befürworter hauen sich zahllose Studien um die Ohren, die die jeweiligen Interessen nach Belieben untermauern. Der Laie - nebenbei bemerkt - wundert sich über die flexible Deutungsmöglichkeit wissenschaftlicher Ergebnisse.

Fakt ist: Die Luft in deutschen Städten hat sich trotz mittlerweile etwa 50 Umweltzonen nicht verbessert. Wie auch, wenn das Wetter, Heizungen oder Fabriken einen viel größeren Einfluss auf die Feinstaubbelastung haben. Auch Drucker, Zigaretten oder Osterfeuer produzieren im Übrigen tückischen Feinstaub. Dennoch werden die paar älteren Fahrzeuge mit monströsem Verwaltungsaufwand weiter fleißig ausgesperrt, demnächst auch in Offenbach und Darmstadt.

Anstatt kleine Handwerker und Menschen, die sich kein neues Auto leisten können, mit einem Placebo zu gängeln, wären andere Maßnahmen sinnvoller: Ausbau, Vereinfachung und Verbilligung des Öffentlichen Personennahverkehrs, intelligente Verkehrsleitsysteme, mehr Gütertransport auf der Schiene, neueste Filtertechnik in Industrieanlagen und privaten Heizungen. Verbotsschilder aber haben wir genug in Deutschland.

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Quelle: op-online.de

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