Nachtflugverbots-Resolution

Kommentar: Viel Lärm um nichts

Gut gemeint mag die Resolution sein, die 13 Städte und Gemeinden sowie zwei Landkreise gestern äußerst öffentlichkeitswirksam in Heusenstamm verabschiedet haben - in der Ausführung ist sie schlecht. Von Ralf Enders

Zum einen, weil nahezu alle Parlamente der Unterzeichner bereits ein weitergehendes Nachtflugverbot in der sogenannten gesetzlichen Nacht von 22 bis 6 Uhr gefordert haben und nicht, wie es in der Resolution heißt, in der Mediationsnacht von 23 bis 5 Uhr. Warum etwas fordern, das hinter dem zurückbleibt, was bereits gefordert ist?

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Zum anderen, weil der Kreis der 15 nicht die Wucht hat, das Rhein-Main-Gebiet zu repräsentieren. Der Kreis Groß-Gerau etwa wird vollmundig als Unterzeichner genannt. Ist er aber nicht - eben wegen seiner Forderung nach zwei Stunden mehr Ruhe von 22 bis 6 Uhr. Darmstadt-Dieburg sieht‘s genauso und meint, der Text hätte anders ausgesehen, wäre man gefragt worden. Main-Kinzig, Main-Taunus, Rüsselsheim, Dietzenbach oder Langen? Fehlanzeige.

Und schließlich ist unter den 1,7 Millionen Menschen, die die Initiatoren für sich beanspruchen, auch eine veritable Zahl am und rund um den Flughafen Beschäftigter mit Angehörigen. Die sehen das Problem mit Recht anders.

Nein, da ist zu viel Stückwerk und Aktionismus, um die hessische Landesregierung oder gar das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu beeindrucken.

Quelle: op-online.de

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