In der Region wird es für Mieter eng / Institut beklagt „Neubau-Defizit“

Viel zu wenige Wohnungen

OFFENBAch/hanau/dieburg Düstere Aussichten in der Region: In den nächsten fünf Jahren drohe eine Wohnungsknappheit, prophezeit das Pestel-Institut.

Ob in Offenbach, im Main-Kinzig-Kreis oder dem Landkreis Darmstadt/Dieburg - überall würden bezahlbare Mietwohnungen zur Mangelware, wenn der Wohnungsbau nicht deutlich zulege. Ohnehin sei die „größte Bausünde“ in den vergangenen Jahre gewesen, dass zu wenig gebaut wurde, heißt es in der Studie, die im Auftrag des Deutschen Mieterbundes, der IG Bau sowie verschiedener Bauverbände erstellt wurde.

Demnach werden 2017 in Offenbach mehr als 3300 Mietwohnungen fehlen, im Main-Kinzig-Kreis sollen es knapp 2000 sein und im Landkreis Darmstadt-Dieburg immerhin noch fast 1000. Weiteres Problem neben dem „Neubau-Defizit“: Viele Wohnungen sind 40 und mehr Jahre alt, allein in Offenbach sind es 64 Prozent, in den Landkreisen etwa 50 Prozent. Folge: „Ein Großteil dieser Wohnungen ist weit von dem entfernt, was heute Standard ist: beim Energieverbrauch, bei der altersgerechten, barrierearmen Ausstattung und beim Grundriss“, so die Pestel-Studie.

Der Mieterbund in Offenbach weiß um die Probleme bei Wohnungsneubauten: „Da die Wohnungsgesellschaften etwa 10 Euro Miete pro Quadratmeter einnehmen müssten, um mit Gewinnaussicht neue Wohnungen zu bauen, dieser Preis jedoch nur bei Mietern der mittleren bis höheren Einkommensschicht zu erzielen sei, wird nur wenig neuer Wohnraum geschaffen. Die Tendenz der entsprechenden Bevölkerungsschichten, nach Offenbach zu ziehen oder auf Dauer hier zu bleiben, ist gering.“ In Offenbach wäre mehr Bedarf in den unteren Einkommensklassen und bei den Beziehern von Transferleistungen, heißt es beim Mieterbund. „Hier wird jedoch meist nur ein qm-Preis von ca. 5-6 Euro bezahlt. Solche Wohnungen wären daher nach unserer Einschätzung nur mit Subventionen zu realisieren, wozu bisher weder der Staat noch die Kommunen bereit seien.“

Auch Winfried Männche, Geschäftführer der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO), weiß um die Probleme, dass sich bei öffentlich geförderten Wohnungen mehr tun müsste. Er verweist aber auch auf das Versprechen von Oberbürgermeister Horst Schneider, in den nächsten Jahren 1000 neue Wohnungen zu schaffen. eha/ed/psh/ad.

Quelle: op-online.de

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