RMV: Viele Brücken vor dem Kollaps

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RMV-Geschäftsführer Knut Ringat: „Im Schnitt sind die Bahn-Brücken 46 Jahre alt.“

Offenbach - Der RMV kämpft mehr denn je an verschiedenen Fronten. Einerseits wollen die Beschwerden über hohe Ticketpreise nicht verstummen. Vor allem die recht teuren Einzelfahrscheine sind vor allen in Offenbach in der Kritik.

„Doch kein einziger Fahrgast zahlt mit seinem Fahrgeld den realen Preis, die Tickets werden vielmehr von der öffentlichen Hand subventioniert. beim RMV zu einem Drittel, in Berlin zu deutlich mehr als der Hälfte“, heißt es dann beim Verbund, der auf Entscheidungen der Städte im Verwaltungsrat verweist. Spürbare Verbesserungen soll nun die für 2015 angekündigte Tarifreform bringen.

Was den RMV-Verantwortlichen noch mehr auf den Nägeln brennt, sind aber Infrastrukturprobleme. Engpässe im Schienenverkehr des Rhein-Main-Gebiets werden immer spürbarer und behindern die wirtschaftliche Entwicklung Hessens und ganz Deutschlands, so die Botschaft von RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Er forderte die Große Koalition in Berlin gestern erneut zu verstärkten Anstrengungen auf. Vor allem die vielen maroden Brücken bereiten ihm Sorgen. „Wir liegen hier in der Mitte Deutschlands, sind von kleinsten Störungen im Schienenverkehr unmittelbar und mittelbar betroffen“, so Ringat.

„Im Schnitt hält eine Brücke 100 Jahre“

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Auch Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte gewarnt. „Im Schnitt hält eine Brücke 100 Jahre lang. Fast jede dritte der 25.000 Eisenbahnbrücken in Deutschland ist aber älter“, so Grube. 1400 Brücken müssten dringend saniert werden. „Mit der derzeitigen Finanzausstattung schaffen wir pro Jahr aber nur 125 Brücken. Das Geld reicht nicht“, sagte Grube weiter. Müsse die Bahn tatsächlich Brücken sperren, seien die Folgen dramatisch: Würde etwa eine wichtige Brücke am Frankfurter Hauptbahnhof gesperrt, müssten Züge in ganz Deutschland umgeleitet werden. Auf einen Schlag würde die Bahn damit 33.000 Verspätungsminuten pro Tag ansammeln. „Das wären rund 130 Prozent mehr als an einem durchschnittlichen Tag.“

Im deutschen Schienennetz hat die Bahn nach früheren Angaben Grubes einen Investitionsstau von über 30 Milliarden Euro. Zwar würden Bund und Bahn jedes Jahr drei Milliarden Euro in das Netz investieren, doch um die heutige Qualität zu sichern, seien mehr als vier Milliarden Euro pro Jahr nötig, erklärte der Chef des bundeseigenen Konzerns Anfang November in einem Interview. „Wenn sich nichts ändert, steigt der Rückstand bis 2020 auf gigantische 50 Milliarden Euro.“

psh

Quelle: op-online.de

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