Ab August gilt ein Rechtsanspruch

Wie viele Kita-Plätze fehlen noch in Hessen?

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Der Kita-Ausbau für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist eine Riesen-Aufgabe für die Kommunen.

Offenbach/Dietzenbach - Es wird spannend: Von August an besteht zwar ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren - bislang gehen die Einschätzungen zur Zahl fehlender Plätze aber noch weit auseinander.

Nach Angaben von Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) ist Hessen beim Ausbau der U3-Betreuungsplätze aller Sorgen ledig. Das Land habe Ende Mai einen Versorgungsgrad von 35,1 Prozent erreicht. Er geht davon aus, dass Hessen 63.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige haben werde. Damit würden dann sogar locker 40 Prozent erreicht. Die Grünen im Landtag haben eine andere Rechnung aufgemacht und kommen zu dem Ergebnis, dass in Hessen mindestens noch 6000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren fehlen.

Carsten Müller, Sozialdezernent vom Kreis Offenbach, sieht eine sehr unterschiedliche Abdeckung in den Kommunen der Region. „Es gibt Gemeinden, die liegen bei weit über 40 Prozent und Gemeinden, die liegen deutlich unter 30 Prozent, was die U3-Betreuungsquote betrifft“, sagte der SPD-Politiker im Interview mit unserer Zeitung.

Bundesweit fehlen noch 220.000 Plätze

Laut Statistischem Bundesamt fehlten bundesweit zuletzt noch 220.000 Plätze, nach Angaben der Bundesländer waren es 160.000. Der Städte- und Gemeindebund nannte im März die Zahl von 150.000. „Welche Zahl zutrifft, können wir nicht beurteilen“, sagte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums. Der Rechtsanspruch ist seit Ende 2008 Gesetz. Danach hat jedes Kind zwischen dem vollendeten ersten und vollendeten dritten Lebensjahr einen Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege.

Offenbachs Bürgermeister Peter Schneider machte jetzt deutlich, dass die Stadt eine 45-Prozent-Quote bei den U3-Plätzen erreichen will. „Das größte Problem ist, die Lücke nach dem dritten Geburtstag des Kindes zu schließen; dann entfällt der Rechtsanspruch für einen Krippenplatz, ein Kita-Platz ist aber vielleicht nicht da“, gab der Grünen-Politiker zu bedenken und fügte hinzu: „Wir müssen also mit freien Trägern reden und Möglichkeiten zur Finanzierung aufzeigen, denn Kita-Plätze werden geringer bezuschusst.“

psh

Quelle: op-online.de

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