Umfrage: Warnung vor negativen Folgen

Viele sehen in Ehrenamt auch Jobkiller

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Offenbach - Das Ehrenamt - Stütze der Gesellschaft oder Jobkiller? Eine Umfrage, die kurz vor dem heutigen Tag der Arbeit veröffentlicht wurde, zeigt: Die Bedeutung unentgeltlicher Arbeit bewerten die Deutschen auch kritisch. Von Peter Schulte-Holtey 

Die Begeisterung für ehrenamtliches Engagement hält sich bei etlichen Menschen in Deutschland in Grenzen. 42,7 Prozent der Befragten einer Studie der GfK Marktforschung Nürnberg sind sich sicher, dass unentgeltliche Tätigkeiten maßgeblich dazu beitragen, dass in vielen Bereichen bezahlte Arbeitsplätze abgebaut werden. Zwei Drittel sind der Ansicht, es sei in erster Linie Aufgabe des Staates, sich um die Umwelt oder Hilfsbedürftige zu kümmern, und nicht die Aufgabe von Privatpersonen. Vier von zehn finden dabei, dass die Leute, die sich kostenlos bürgerlich oder sozial engagieren, von Institutionen und vom Staat nur ausgenutzt werden.

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„Ängste sind berechtigt“

Die Umfrage platzt mitten in eine Diskussion, die teils mit harschen Worten geführt wird. Mike Josef vom Deutschen-Gewerkschaftsbund in Offenbach ist die Entrüstung über negative Entwicklungen in der Ehrenamtskultur anzumerken. „Ob sozialstaatliche Leistungen noch gewährt werden, hängt zunehmend davon ab, ob sich noch Menschen finden, die diese Leistungen für ein Taschengeld erledigen wollen; getreu dem Motto: Was der Staat nicht mehr finanziert, soll unter dem Deckmantel der Ehrenamtlichkeit aufrechterhalten werden“, so die heftige Attacke des DGB-Funktionärs. Auch Claudia Pinl, Buchautorin und Expertin fürs Ehrenamt, spart nicht mit Kritik und warnt davor, dass Freiwillige inzwischen oft „Ausputzer für politische Fehlentscheidungen“ sind.

Quelle: op-online.de

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