Vier Frühchen infiziert

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Der Eingang zur Klinik für Kinder und Jugendliche der Horst-Schmidt-Klinik (HSK) in Wiesbaden.

Wiesbaden - Vier Frühgeborene haben sich in einem Wiesbadener Krankenhaus mit gefährlichen Keimen infiziert. Eins der Kinder habe zeitweise in Lebensgefahr geschwebt, mittlerweile seien alle in stabilem Zustand, sagten Ärzte an der Horst-Schmidt-Klinik (HSK).

Die Frühgeborenen-Intensivstation K 12 wurde geschlossen. „Wir haben noch nie so einen Keim auf unserer Station gehabt“, sagte der Leiter der Kinderklinik, Markus Knuf.

Vermutlich sei auch ein fünftes Kind mit dem Keim „Klebsiella pneumoniae“ infiziert. Knuf sprach von einem Darmkeim, der schwere Blutvergiftungen auslösen könne. Die Übertragung erfolge durch Schmierinfektion. Wahrscheinlich habe die Mutter eines Kindes den Erreger eingeschleppt.

2011 waren in einer Bremer Klinik drei Frühgeborene nach Infektionen durch Keime gestorben. Im August 2010 hatten drei Babys in der Mainzer Uniklinik mit Bakterien verunreinigte Infusionen erhalten. Sie starben, wobei die Klinik nach Ermittlungen keine Schuld traf.

Erreger im Blut

„Der Verdacht ist am Wochenende entstanden“, sagte Knuf. Da sei bei zwei Kindern der Erreger im Blut festgestellt worden. Erstmals aufgetaucht sei der Keim bereits im Januar an einem anderen Kind. Der Erreger konnte danach nicht mehr nachgewiesen werden, fand sich aber jetzt wieder bei diesem Baby auf der Haut. Auch bei dem vierten Frühgeborenen war der Keim auf der Haut nachweisbar. Bei dem fünften Kind gebe es bislang bloß den Verdacht auf eine Infektion.

Die Station wird frühestens Ende der Woche wieder geöffnet. Die infizierten Kinder wurden isoliert, neun weitere Babys kamen auf andere Stationen. Auch sie würden ebenfalls untersucht.

„Es gibt einen deutlichen Anstieg solcher Keime in Kliniken“, erklärte Prof. Thomas Eikmann. Die teils zum Rhön-Konzern gehörende HSK zog den Hygieneexperten von der Uniklinik Gießen-Marburg zurate in dem Fall.

dpa

Quelle: op-online.de

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