Vier Jahre für Wolski?

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Im Prozess gegen den Neu-Isenburger Rechtsanwalt Michael Wolski wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe hat die Anklage am Donnerstag drei Jahre und neun Monate Haft beantragt.

Darmstadt ‐ Im Prozess gegen den Neu-Isenburger Rechtsanwalt Michael Wolski wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe hat die Anklage am Donnerstag drei Jahre und neun Monate Haft beantragt.

Wolski habe Schenkungssteuer in 22 Fällen sowie mehrmals Umsatzsteuer und Einkommenssteuer von insgesamt 1,66 Millionen Euro hinterzogen, sagte Staatsanwalt Gerhard Pfeil in seinem Plädoyer am Landgericht in Darmstadt. Für den Angeklagten - Ehemann der Staatsgerichtshof-Richterin Karin Wolski - habe gesprochen, dass er nachträglich bemüht gewesen sei, den steuerlichen Schaden wieder gutzumachen. Das Geld habe er dem Finanzamt inzwischen zur Verfügung gestellt, und er sei nicht vorbestraft. Allerdings habe er zum Teil erhebliche Summen hinterzogen. Auch werfe es ein „ungutes Bild“ auf ihn, dass er nicht die Wahrheit gesagt habe.

Die Verteidigung Wolskis bestritt am Donnerstag nicht, dass der 61 Jahre alte Angeklagte seine Steuererklärung „über die Maßen vernachlässigt“ habe, wie Verteidiger Josef Hillebrandt sagte. Dies sei jedoch nicht geschehen, weil Wolski sich einen finanziellen Vorteil habe verschaffen wollen. Der Angeklagte habe nie vorgehabt, gar keine Steuern zu bezahlen. Vielmehr habe er eine „Steuerverkürzung auf Zeit“ begangen, um kurzfristig liquide zu sein, meinte die Verteidigung. Wolski habe seine Steuerschuld nur später bezahlen wollen.

Der Anwalt sagte, die Finanzbehörden hätten einen erheblichen Anteil Schuld daran, dass der Angeklagte jahrelang keine Steuererklärung abgab. „Ihr Verhalten glich einer Fahrt in der Geisterbahn“, meinte Hillebrandt. Die Behörden seien dazu da, Steuerpflichtige zu überwachen. Das sei nicht geschehen. Dies und die Tatsache, dass der Angeklagte nicht vorbestraft ist, sprächen für Wolski. Die Verteidigung plädierte auf eine „milde Strafe“, ohne ein genaues Strafmaß zu nennen. Der Prozess wird am 26. März fortgesetzt, dann wird auch ein Urteil erwartet.

dpa

Quelle: op-online.de

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