Vier Spitzenköche für ein Sterne-Menü

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Sollten nicht alle Plätze besetzt sein, weiß Maxim Popazov gewiss etwas mit den leeren Stühlen anzufangen.

Frankfurt - Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Den Gegenbeweis wollen die Spitzenköche Harald Wohlfahrt, Juan Amador, Hans-Peter Wodarz und Michael Kammermeier antreten. Sie steuern zum neuen „Palazzo“-Menü jeweils einen Gang bei. Von Sonja Thelen

Premiere hat das Dinnertheater am 12. November am neuen Standort an der Eissporthalle in Frankfurt. Dort hat das Palazzo-Team bereits seine Zelte aufgeschlagen, da es diese Saison zudem das VIP-Catering bei den Heimspielen der Frankfurt Lions übernimmt, erläuterte Palazzo-Geschäftsführer Teckle Frank Diekmann gestern auf der Pressekonferenz, auf der auch Kostproben der kulinarischen wie der artistischen Künste kredenzt wurden.

Der neue Standort hat nach Diekmanns Meinung nur Vorteile. Da der Spiegelpalast schon aufgebaut sei, sei die Vorbereitungsphase für Küche, Service und Künstler entzerrt worden. Vor allem sei der Standort gut erreichbar, im Gegensatz zum Areal an der Commerzbank-Arena, wo Palazzo 2008 gastiert hatte und viele Gäste vorbeigefahren seien.

Es lohnt sich, den Palazzo zu finden und sich an einem Abend ein von vier Küchenmeistern - darunter immerhin zwei Drei-Sterne- und ein Sternekoch - komponiertes Menü munden zu lassen. Mit diesem für Frankfurt neuen Konzept möchte das Unternehmen Spitzenköche aus der Region präsentieren. Mit Juan Amador ist es ihnen gelungen, Hessens erfolgreichsten Küchenmeister zu gewinnen.

Eisgekühltes Gazpacho

Der Avantgarde-Koch aus Langen ist berühmt für seine experimentelle Küche. „Es ist schon eine Herausforderung, von 30 Gäste auf 300 Gäste zu potenzieren“, sagte Amador bei der Vorstellung des Menüs, zu dem er als Vorspeise eine auf drei Arten angerichtete köstliche Gazpacho Andaluz beisteuert: klassisch, mariniert mit Sardinen und eisgekühlt.

Als Zwischengang lässt Hans-Peter Wodarz, der bereits Ende der 70er Jahre in seiner „Ente“ in Wiesbaden den Begriff Restaurant-Theater prägte, seine legendäre Karotten-Tomatensuppe mit Flusskrebsen und Morcheln servieren. Zugleich war Wodarz voll des Lobes für den Kollegen Amador: „Sein Restaurant gehört zu den Top 5, was ich weltweit genossen habe.“ Ganz in Wodarz' Tradition wird Michael Kammermeier, der heute Küchenchef der „Ente“ und ebenfalls mit einem Stern ausgezeichnet ist, Heide-Entenbrust mit Spitzkohlwickel, Maronen gnocchi und Rotkrautsauce zubereiten: „Das ist ein tolles Produkt, mit dem wir viel Erfahrung haben.“

„Krönender Abschluss“ wird das von Harald Wohlfahrt gezauberte Delice von Gubor-Schokolade mit Kompott von exotischen Früchten. „Gubor ist eine deutsche Premiumschokolade, die ich wieder mehr erlebbar machen möchte und daher in den Vordergrund schiebe“, betonte der Küchenchef der renommierten „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn.

Palazzo gastiert vom 12. November bis 31. Januar an der Eissporthalle in Frankfurt.

Vorstellungen: dienstags bis samstags ab 19.30 Uhr und sonntags ab 18 Uhr.

Die Karten kosten zwischen 90 und 140 Euro. Weitere Informationen auf der Internetseite von Palazzo.

Passend zum Anspruch der Küche möchte der künstlerische Leiter von Palazzo, Knut Gminder, den Gästen beim Programm die „Créme de la Créme“ bieten. Aus den Spielzeiten der vergangenen Jahre habe er die Nummern ausgesucht, die besonders gut im Zelt zur Geltung kommen. Dort fließe alles ineinander und spielen die Künstler im und mit dem Publikum. Einen Vorgeschmack lieferte das innovative Zauberer-Duo Sos und Victoria Petrosyan. Im Bruchteil einer Sekunde wechselt sie ihre Garderobe. Sogar wenn einfach nur Glitter von oben herab fällt, ihr Körper also nicht hinter Tuch verborgen ist, gelingt es der Artistin, unbemerkt ihr Outfit zu ändern.

Quelle: op-online.de

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