„Vierte Hauptstadt Europas“

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Frankfurt/Wiesbaden - Im Kampf um den Sitz der Bundeshauptstadt hat Frankfurt 1949 gegen Bonn den Kürzeren gezogen. Fast 65 Jahre später hat der Wiesbadener Landtag Hessens Metropole Genugtuung verschafft.

Die Regierungsparteien CDU und FDP feierten Frankfurt in dieser Woche als „vierte Hauptstadt Europas“ - nach Brüssel, Straßburg und Luxemburg. Europaminister Jörg-Uwe Hahn verwies auf die Europäische Zentralbank (EZB) und die künftige Bankenaufsicht in der Stadt. Mit dem „House of Finance“ an der Universität und zweier internationaler Schulen habe die Regierung die Basis für die europäische Bedeutung Frankfurts mitgeschaffen. Dem damaligen CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl sei Frankfurts Aufstieg zur EZB-Stadt zu verdanken, meinte der Unions-Abgeordnete Ulrich Caspar.

SPD und Grüne betonten dagegen, nur mit mehr Transparenz und Regulierung könnten der Finanzplatz Frankfurt und die Euro-Krise gemanagt werden. Die Offenheit der Stadt mit dem Zusammenleben von 180 Nationalitäten sei ohnehin nicht Verdienst der Landesregierung. Frankfurt brauche keine neuen „Scheintitel“. „Das hat die Stadt nicht nötig“, sagte der Frankfurter SPD-Abgeordnete Gernot Grumbach. Die Linke warf Schwarz-Gelb vor, sich in Frankfurt dem „Diktat des Kapitals“ zu unterwerfen.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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