Rot-Grün liegt vorne

Viele Hessen wünschen sich einen Regierungswechsel

Bad Vilbel/Wiesbaden - Es herrscht Wechselstimmung im Land. Rot-Grün schneidet bei den Wählern derzeit besser ab als Schwarz-Gelb, wie eine neue Umfrage ergibt. Die Regierung hat noch fünf Monate Zeit, das Blatt zu wenden.

Die meisten Menschen in Hessen wünschen sich nach einer neuen Umfrage einenRegierungswechsel. In der Gunst der Wähler liegen SPD und Grüne zusammen deutlich vor der schwarz-gelben Koalition im Land, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und des Senders Hit Radio FFH ergab.

Beliebtester Politiker in Hessen ist demnach derzeit Grünen-Chef Tarek Al-Wazir, Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) liegt auf dem zweiten Rang nur unwesentlich besser als sein SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel. Am 22. September stimmt Hessen zeitgleich zur Bundestagswahl über sein neues Parlament und die Regierung ab.

Ergebnisse laut Umfrage:

Die CDU kommt laut Umfrage auf 36 Prozent, bei der Landtagswahl 2009 waren es 37,2 Prozent. Die Sozialdemokraten erreichen 33 Prozent, das sind etwa 10 Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Für die Grünen sprechen sich nach der Umfrage 16 Prozent der Befragten aus (2009: 13,7), die FDP fällt nach ihrem bisher besten Landesergebnis 2009 (16,2 Prozent) auf 5 Prozent.

Die Linkspartei käme, wenn an diesem Sonntag gewählt würde, nicht in den hessischen Landtag. Die am vergangenen Wochenende gegründete „Allianz für Deutschland“ (AfD) wäre ebenso wie die Piraten mit jeweils weniger als drei Prozent abgeschlagen.

Das drängendste Problem für die weitaus meisten Hessen ist derzeit die Schulpolitik. Laut Umfrage findet es eine große Mehrheit gut, dass das Abitur von dem kommenden Schuljahr an auch wieder neun Jahre dauern darf. 83 Prozent begrüßen die neue Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 in Hessen.

Zustimmung findet auch die Klage des Landes gegen den Länderfinanzausgleich. 67 Prozent sind der Meinung, es sei richtig, dass sich das Land gemeinsam mit Bayern gegen die Transferzahlungen zugunsten ärmerer Bundesländer zur Wehr setzt.

Hessen - SPD freut sich

Hessens SPD-Landes- und Fraktionschef Schäfer-Gümbel, freute sich über die Umfrage: „Wir konnten unser Ergebnis weiter ausbauen - das bestärkt uns in unserem eingeschlagenen Kurs (...) und gibt uns Kraft für den Wahlkampf.“ Auch der Grünen-Vorsitzende Al-Wazir äußerte sich zufrieden: „Die Umfrage zeigt, dass die Hessen den Wechsel wollen. Und der ist nur mit starken Grünen möglich.“

CDU-Generalsekretär Peter Beuth erklärte: „Die CDU ist weiterhin stabil die stärkste Partei in Hessen, und wir werden bis zur Landtagswahl noch aufholen.“ Florian Rentsch, Wirtschaftsminister und stellvertretender FDP-Landeschef, sprach sich im „Wiesbadener Kurier“ (Donnerstag) für eine Koalitionsaussage der Liberalen zugunsten der Union aus. Mit SPD und Grünen sehe er keine inhaltliche oder persönliche Basis für eine Zusammenarbeit.

dpa

Das Kreuz mit dem Kreuzchen: Diese Wahlen stehen bis Ende 2014 an.

Diese Wahlen stehen bis Ende 2014 an

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare