Völliger Stillstand

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Psychologen der Polizei versuchen den Mann auf der Brücke zum Herunterkommen zu bewegen.

Frankfurt (isi) - Ab 10.23 Uhr ging fast gar nichts mehr auf der Autobahn 661 in Richtung Egelsbach. Im Kriechtempo schob sich eine allmählich auf über sieben Kilometer Länge anwachsende Blechlawine am Frankfurter Norden vorbei.

„Fahrbahnsperrung und Bergungsarbeiten“ meldete der Hessische Rundfunk in seinen Radioprogrammen. Während man als Stauopfer telefonisch die Kollegen im Büro vertröstete und Termine verschob, bahnten sich immer wieder blaulichtbewehrte Fahrzeuge eine Gasse durch den Stau. Sirenengeheul und Gehupe galt allerdings keinem Horrorunfall, sondern einer einzelnen Person. Ein 44-jähriger Mann war nämlich am gestrigen Montag, kurz vor 10 Uhr, auf einen der beiden Bögen der Kaiserleibrücke geklettert, um dort dann in 26 Meter Höhe zu verharren. Zeugen hatten ihn bei dieser Aktion beobachtet und daraufhin die Polizei verständigt.

Die ließ die A 661 in Richtung Egelsbach sperren und den Höhenrettungszug der Feuerwehr anrücken. Derweil die Höhenretter und Psychologen der Polizei den Mann dazu bewegen wollten, den Brückenbogen wieder zu verlassen, brach der Verkehr rings um Kaiserlei und Ratswegkreisel, über den viele Autofahrer in Richtung Offenbach zu gelangen hofften, zusammen.

Kurz vor 13.30 Uhr hatten die Psychologen dann Erfolg. Der 44-Jährige ließ sich dazu überreden, den Brückenbogen wieder zu verlassen. Er wurde in die Psychiatrie eingeliefert. Über seine Motive, die Brücke zu erklimmen, wurde gestern nichts bekannt.

Um 14.20 Uhr konnte die A 661 dann wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Gerade noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Feierabendverkehr“, wie Manfred Füllhardt, Sprecher der Frankfurter Polizei, gestern unserer Zeitung sagte.

Quelle: op-online.de

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