Voll schuldfähig

Stuttgart/Mörfelden-Walldorf  - Der Angeklagte im Prozess um die sogenannten Parkplatzmorde ist nach Ansicht eines psychiatrischen Gutachters voll schuldfähig.

„Für eine krankhafte psychiatrische Störung hat es überhaupt keinen Anhaltspunkt gegeben“, sagte Gutachter Peter Winckler am Donnerstag vor dem Stuttgarter Landgericht. Der Frührentner soll Mitte 2010 einen 70-Jährigen bei Mörfelden-Walldorf in Südhessen und einen 30 Jahre alten Mann bei Magstadt (Baden-Württemberg) aus nächster Nähe erschossen haben. Beide Parkplätze gelten als Treffpunkte von Homosexuellen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 57-Jährigen zudem vor, einen Touristen in Freudenstadt mit einem Messer angegriffen zu haben. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord sowie versuchten Mord. (Aktenzeichen: 1a Ks 114 Js 114864/10) Unter der Annahme, dass der 57 Jahre alte Angeklagte die Taten begangen hat, stufte Winckler ihn zudem als gefährlich ein.

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„Ich muss hier eine Black-Box begutachten“, sagte Winckler. Der Angeklagte habe weder mit ihm gesprochen, noch vor Gericht Angaben zur Person oder zur Tat gemacht. So bleibe Vieles spekulativ, etwa das mögliche Motiv. Der Gutachter sieht eine Lust am Töten. Der Täter habe „sich zum Herrscher über Tod und Leben“ aufgeschwungen. Auch Hass könne eine Rolle gespielt haben. Dass der 57-Jährige Kontakte zur Homosexuellen-Szene und teilweise perverse Fantasien hatte, habe die Beweisaufnahme gezeigt. Ob er seine Neigungen aber ausgelebt habe, sei im Dunkeln geblieben. Eine Sicherheitsverwahrung im Anschluss an eine mögliche Haftstrafe hält Winckler für angebracht. Der Prozess wird am Donnerstag (19.1.) vermutlich mit den Plädoyers fortgesetzt.

dpa

Quelle: op-online.de

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