Gemeinsames werben für mehr Jobs

Die Vorteile der Behinderten

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Dietzenbach - Sie sind in der Regel motivierter und hoch qualifiziert. Sie fehlen nicht häufiger wegen Krankheit und sind nicht schwerer kündbar als normale Arbeitnehmer: Behinderte. Jetzt starten Stadt und Kreis Offenbach eine Vermittlungsoffensive. Von Michael Eschenauer 

„Es geht darum, bei den Arbeitgebern die Mauer in den Köpfen wegzubekommen“, sagte gestern Thomas Iser, Chef der Agentur für Arbeit in Offenbach. Gemeinsam mit der Offenbacher MainArbeit und der Pro Arbeit des Kreises will man noch mehr als bisher auf Arbeitgeber zugehen und sie von den Vorteilen überzeugen, die es mit sich bringen kann, einen Schwerbehinderten einzustellen.

Hierzu, dies machte Felix Schwenke als Offenbacher Sozialdezernent deutlich, gehöre neben der intensiven Beratung über die verschiedensten Fördertöpfe auch die Aufklärung über das Klientel: „Diese Leute sind hochmotiviert. Die wollen beweisen, dass sie es können.“ Carsten Müller (SPD), Sozialdezernent des Kreises Offenbach, warnte davor, bei Schwerbehinderten immer nur die Defizite in den Vordergrund zu stellen. 83 Prozent seien erst im Laufe ihres Lebens in diese Situation gekommen, „aber die früheren Qualifikationen bleiben bestehen“. Und da, wo es wegen der Behinderung hake, könne man mit entsprechenden Ausstattungen des Arbeitsplatzes gegensteuern. Im Jahre 2013 wurden in Stadt und Kreis 329 Schwerbehinderte in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermittelt. Derzeit sind 1196 Schwerbehinderte in Stadt und Kreis Offenbach arbeitslos. Dies seien zu viele, so Iser, Schwenke und Müller. Insgesamt sind in Deutschland mehr als sieben Millionen Menschen oder knapp neun Prozent der Bevölkerung schwerbehindert. Neben der gezielten Ansprache der Arbeitgeber soll eine neue Broschüre für Information sorgen. So gibt es:

  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung bei behinderten Lehrlingen.
  • Zusätzlich zu den normalen sechs Monaten Probezeit, eine bis zu dreimonatige vorgeschaltete Probebeschäftigung mit der Möglichkeit eines Zuschusses.
  • Es werden Lohnkostenzuschüsse gezahlt
  • Die Arbeitgeber können Zuschüsse für behindertengerechte Arbeitsplätze beantragen.
  • Der Arbeitgeberservice der drei Einrichtungen verspricht intensive Hilfe beim Führen des Papierkriegs.

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Müller machte deutlich, dass man es sich angesichts des Fachkräftemangels gar nicht leisten könne, auf das Potenzial von behinderten Menschen zu verzichten. Kontakt unter: MainArbeit/Jobcenter, Offenbach, Tel.: 8001018100; ProArbeit Kreis Offenbach, Tel.: 06074/818065050; Agentur für Arbeit, Offenbach, Tel.: 08004555500.

Quelle: op-online.de

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