Was sagen die Fakten?

Vorurteile und Tatsachen zu Flüchtlingen im Check

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Berlin/Frankfurt - Rechtsextreme und Fremdenfeinde hetzen lautstark gegen Asylbewerber. Es kursieren zahlreiche Vorurteile und Gerüchte. Ein Blick auf die Fakten:.

Nehmen Flüchtlinge Deutschen die Arbeitsplätze weg?

Asylbewerber dürfen zunächst gar nicht in Deutschland arbeiten. In den ersten drei Monaten ist ihnen das komplett verwehrt. Erst nach 15 Monaten fällt zudem die „Vorrangprüfung“: Steht ein Deutscher oder ein EU-Bürger für den Job zur Verfügung, bekommen Asylbewerber keine Beschäftigungserlaubnis. Allerdings haben die Betroffenen auch aus anderen Gründen oft Schwierigkeiten, einen Job zu finden. So fehlen ihnen oft in Deutschland anerkannte Qualifikationen und Abschlüsse. Dabei herrscht in vielen Berufsgruppen Fachkräftemangel, etwa in technischen oder Pflegeberufen. Mehr als ein Drittel der Betriebe fürchtet laut einer Umfrage dadurch Wettbewerbsverluste. Unterm Strich sind Arbeitskräfte aus dem Ausland nach offiziellen Prognosen durchaus nötig für Deutschland.

Überfordert der Zustrom von Flüchtlingen die Bundesrepublik?

EU-weit ist Deutschland das Hauptzielland für Flüchtlinge. Ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt, nehmen andere EU-Staaten wie Schweden allerdings mehr Asylbewerber auf. Und Staaten aus der Region rund um das Bürgerkriegsland Syrien - wie die Türkei, Jordanien oder Libanon - sind ohnehin weit stärker von den großen Flüchtlingsbewegungen betroffen. Deutschland ist eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt. Und: Nur ein Teil der Flüchtlinge - der Bund rechnet mit 40 Prozent - bleibt. Die restlichen Asylbewerber werden nicht als schutzbedürftig anerkannt und müssen das Land wieder verlassen. Nach Ansicht von Experten sind die großen Probleme bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen vor allem deshalb entstanden, weil der Staat zu spät auf die steigenden Zahlen reagiert hat.

Gibt es eine erhöhte Kriminalität unter Flüchtlingen?

„Es gibt keine Zahlen, die dieses Vorurteil bestätigen würden“, sagt Jörg Radek, der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. Allerdings hält er die Lebensbedingungen vieler Flüchtlinge, etwa die damit einhergehende Langeweile, für einen Faktor, der Kriminalität begünstigen kann. „Das trifft aber auch für Deutsche zu“, so Radek. Allerdings rechnet er mit mehr Spannungen dadurch, dass Asylbewerber nun noch länger auf engstem Raum in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden.

Bekommen Asylbewerber mehr Unterstützung als Langzeitarbeitslose?

Eher weniger, obwohl das Bundesverfassungsgericht 2012 entschieden hat, dass gegen das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum nicht verstoßen werden darf. Deshalb müssten Leistungen für Asylbewerber etwa auf das Niveau von Sozialhilfeempfängern und Hartz-IV-Beziehern angehoben werden. Derzeit bekommen Asylbewerber in den ersten 15 Monaten vor allem Sachleistungen und ein Taschengeld. Alleinstehende erhalten 143 Euro im Monat. Erwachsene, die als Partner einen Haushalt teilen, bekommen jeweils 129 Euro. Wer sonst noch im Haushalt lebt, bekommt 113 Euro. Und für Kinder stehen den Familien je nach Alter zwischen 85 und 92 Euro zu. Nach Angaben des paritätischen Wohlfahrtsverbandes liegen die Sach- und Geldleistungen zusammen bei einem Flüchtling etwa zehn Prozent unter den Hartz-IV-Regelsätzen. Anfang November soll eine Gesetzesänderung in Kraft treten, wonach Asylbewerber - solange sie in Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen - möglichst nur noch Sachleistungen bekommen. Ist ein Flüchtling länger als 15 Monate im Land, stehen ihm bei Bedürftigkeit Leistungen auf dem Niveau der Sozialhilfe zu.

Kroatien bringt wieder Tausende Flüchtlinge nach Slowenien

dpa

Quelle: op-online.de

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