Arbeitslosenzahl leicht gesunken

Vorweihnachtszeit schafft mehr Jobs in Hessen

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Frankfurt - Rund 2000 Menschen haben in der Vorweihnachtszeit den Schritt von der Arbeitslosigkeit ins Berufsleben geschafft. Allerdings meist nur zeitlich befristet.

Das anlaufende Weihnachtsgeschäft hat die hessische Arbeitslosenzahl im November leicht sinken lassen. 175.662 Frauen und Männer waren auf der Suche nach einer Beschäftigung, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das waren knapp 2300 weniger als im Oktober, aber gut 5000 mehr als im November 2012. Die Arbeitslosenquote ist damit aktuell um 0,1 Punkte auf 5,5 Prozent gesunken.

„Gerade im Einzelhandel und im Versandhandel werden jetzt verstärkt Mitarbeiter für zeitlich befristete Tätigkeiten gesucht. Hier profitieren insbesondere Frauen“, berichtete Direktionschef Frank Martin. Ohne die Saison-Effekte hätte sich die Situation auf dem hessischen Arbeitsmarkt allerdings nicht verändert.

Dieses Jahr keine Höhenflüge mehr

„Höhenflüge sind für dieses Jahr nicht mehr zu erwarten“, hatte Martin bereits angesichts des schwachen Stellenangebotes erklärt. Bereits der Dezember werde wie die folgenden Wintermonate von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gekennzeichnet sein. „Trotz verhalten positiver konjunktureller Signale zieht die Fachkräftenachfrage nicht nach. Die Betriebe bleiben bei Neueinstellungen zurückhaltend.“

Das spiegelt sich auch bei den neuen offenen Stellen, die den Agenturen gemeldet werden: Sie lagen im November mit gut 10.000 Stück um 17 Prozent hinter dem Vorjahreswert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt in Hessen zwar immer noch, zuletzt im September um 1,0 Prozent auf 2,33 Millionen. Das Bundesland bleibt damit aber erneut hinter dem Bundesgebiet (+1,3) und Westdeutschland (+1,4) zurück.

Auf ein unterschiedliches Echo stießen bei Gewerkschaften und Arbeitgebern die Vereinbarungen der großen Koalition in Berlin. Hessens DGB-Chef Stefan Körzell erwartet positive Auswirkungen des Mindestlohns: "Mit einer höheren Tarifbindung der Unternehmen und der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro können prekäre Beschäftigung und sowie deren dramatische Folgen für die Alterssicherung zurückgedrängt werden", erklärte er. Zudem dürften die älteren Arbeitslosen nicht aus dem Blick verloren werden.

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Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) sieht hingegen in Folge der Vereinbarungen von CDU und SPD bis zu 120.000 Jobs in Hessen auf der Kippe. „Der in den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen zusammengebraute Belastungstest für den Arbeitsmarkt von Mindestlohn bis Mütterrente wird Arbeit in Deutschland teurer machen und dadurch Arbeitsplätze vernichten“, erklärte VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender. Er verlangte eine Vermittlungsoffensive für Aufstocker, also Arbeitnehmer, die zusätzliche Leistungen nach Hartz IV erhalten. Rund die Hälfte von ihnen arbeite nur stundenweise in Minijobs.

Quelle: op-online.de

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