Heizen mit Holz

Wärme produzieren und nicht Krach mit Nachbar

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Ofenfeuer fasziniert auch die kleine Friederike.

Dietzenbach (mic) - Zum Beginn der kalten Jahreszeit hat der Fachdienst Umwelt der Kreisverwaltung Offenbach einige Tipps zum richtigen Verbrennen von Holz im Kamin oder Holzofen zusammengestellt.

„Das Heizen mit Holz führte in den vergangenen Jahren immer wieder durch unsachgemäßen Betrieb zu Ärger mit Nachbarn“, so die Umweltdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU). Vor allem das Verbrennen ungeeigneter Brennstoffe verursacht übermäßige Rauchentwicklung sowie Luftschadstoffe. Vermeiden lässt sich dies durch die Verwendung der richtigen Materialien. Dazu gehören: Naturbelassenes Holz, beispielsweise in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln, Reisig, Zapfen sowie Sägemehl, Spänen und Schleifstaub oder Rinde, Holzbriketts aus naturbelassenem Holz (entsprechend DIN 51731), oder vergleichbare Holzpellets oder andere Presslinge aus naturbelassenem Holz mit gleichwertiger Qualität.

Holzpresslinge dürfen nur in Feuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung über 15 Kilowatt eingesetzt werden; Braunkohle und Steinkohle, Koks und Briketts sowie Grill-Holzkohle, Grill-Holzkohlebriketts unabhängig von der Feuerungsleistung des Ofens (jedoch nicht in offenen Kaminen), sofern sie nach Angaben des Herstellers für die Feuerungsanlage geeignet sind. Nicht zugelassen sind: Lackiertes, gestrichenes oder beschichtetes Holz, Sperrholz, Spanplatten und Faserplatten, mit Holzschutzmittel behandeltes Holz sowie Abfälle. Auch frisch geschlagenes oder schlecht gelagertes Holz darf, solange es noch feucht ist, nicht verwendet werden.

Offene Kamine keine Dauerheizung

Holz muss lufttrocken sein. Es darf nur verbrannt werden, wenn der Feuchtegehalt unter 25 Prozent liegt. Feuchtes Holz hat nur geringen Heizwert, qualmt stark, verrußt Ofen und Schornstein und belastet die Umwelt. Bei optimaler Trocknung beträgt der Wasseranteil maximal 15 bis 20 Prozent. Dies dauert ein bis zwei Jahre.

Optimal Heizen bedeutet, öfter und dafür weniger Holz nachzulegen, um eine starke Rauchentwicklung zu vermeiden. Es muss beim Verbrennen immer genügend Luft zugeführt werden und eine gute Flamme entstehen. Eine unvollständige Verbrennung durch zu wenig Luft bewirkt ebenfalls starken Rauch und hohen Schadstoffausstoß. Das Verbrennen ungeeigneter Brennstoffe oder Abfall werde als Ordnungswidrigkeit behandelt, die mit einer Geldbuße geahndet werde, so Jäger. Offene Kamine dürfen nicht als Dauerheizung genutzt werden.

Auskünfte erteilt der Bereich Immissionsschutz des Fachdienstes Umwelt (06074/8180-4124, -4120, -4112)

Mit der Novellierung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1.BImSchV) gelten für neue und wesentlich geänderte Anlagen neue Emissionsgrenzwerte und Ableitbedingungen für Abgase. So müssen die Austrittsöffnungen von Schornsteinen bei Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe bis 50 Kilowatt, die nach dem 22. März 2010 errichtet oder wesentlich geändert wurden, in einem Umkreis von 15 Metern die Oberkanten von Lüftungsöffnungen, Fenstern oder Türen um mindestens ein Meter überragen.

Quelle: op-online.de

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