Waffenfund bei Rocker-Razzia in Dietzenbach

Offenbach (psh/dpa) ‐ Die Hells Angels sind weiterhin im Visier der hessischen Polizei: Spezialkräfte haben bei ihren Ermittlungen gegen die Rocker gestern ein Eros-Center und vier Wohnungen in Frankfurt und Südhessen durchsucht. In Dietzenbach wurden scharfe Waffen sichergestellt.

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In den Räumen eines 46 Jahre alten Bordellbesitzers in Frankfurt entdeckten die Ermittler 15 Messer, davon zwei mit Hakenkreuzsymbolen. Außerdem wurden zwei Elektroschocker, ein Morgenstern, eine Machete, ein Tomahawk und zwei Handschuhe mit Bleipulverfüllung beschlagnahmt, wie die Frankfurter Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu berichtete. Bei einem 29 Jahre alten Frankfurter, der verdächtigt wird, ein Anwärter der Hells Angels zu sein, entdeckten die Ermittler zwei hölzerne Schlagstöcke und 300 Gramm Marihuana. Ein 25-jähriger Mann aus Dietzenbach hatte 23 scharfe Patronen sowie zwei vermutlich scharfe Waffen in seiner Wohnung. Außerdem wurden eine Schreckschusspistole, zwei Messer, ein Schlagstock und Munition gefunden. Bei einem 51 Jahre alten Beschuldigten aus Dreieich ging die Polizei leer aus. Die Verdächtigen wurden nicht festgenommen.

Zeitpunkt der Aktion unterlag „taktischen Gründen“

Die Ermittlungen gehen offenbar teils auf Hinweise der Razzia am 10. Dezember zurück. Dabei war es auch darum gegangen, ob Polizisten interne Informationen an die Rocker verkauft und im Drogengeschäft mitgemischt haben. Dies sei aber bei der Aktion gestern kein Thema gewesen, so Möller-Scheu. Die Durchsuchungen seien wohl „aus taktischen Gründen“ erst jetzt durchgeführt worden, räumte sie auf Anfrage unserer Zeitung ein.

Zu weiteren Ermittlungen in der Region wollten sich die Sicherheitsbehörden nicht äußern. Im Polizeipräsidium Südosthessen hieß es lediglich, den Beamten sei bewusst, dass es auch in Offenbach eine Gruppe der Hells Angels gebe.

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, geht von etwa 90 kriminellen Rockerbanden in Deutschland aus, die ihre brutalen Auseinandersetzungen regelmäßig in der Öffentlichkeit austrügen. Schwerpunkte der Ermittlungsverfahren waren Körperverletzungen, Erpressungen und Bedrohungen. Es ging aber auch um organisierte Kriminalität. Viele der Gruppen expandierten nach BKA-Informationen derzeit im Zusammenhang mit Drogen-, Menschenhandel und Prostitution ins Ausland.

Quelle: op-online.de

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