Hessens erster CDU-Ministerpräsident

Walter Wallmann gestorben

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Frankfurt - Der frühere hessische Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) ist tot. Wallmann, der seit mehreren Jahren sehr krank war, starb gestern, drei Tage vor seinem 81. Geburtstag. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Im niedersächsischen Uelzen geboren, ging er zum Jura-Studium nach Marburg und blieb in Hessen. In seiner politischen Karriere war Wallmann mehrfach der Erste: 1977 wurde der damalige Bundestagsabgeordnete der erste CDU-Oberbürgermeister von Frankfurt. 1986, infolge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, machte Helmut Kohl den als weltoffen geltenden Politiker zum ersten Bundesumweltminister. Und schließlich beendete Wallmann, der sich selbst als aufgeklärter Konservativer beschrieben hat, 1987 die Vorherrschaft der SPD in Hessen: Im April des Jahres reichten 1500 Stimmen Vorsprung, um mit der FDP die erste schwarz-gelbe Koalition in Hessen zu besiegeln.

Doch lange dauerte die Ära Wallmann nicht. Schon 1991 kehrte die SPD mit Hans Eichel an der Spitze und den Grünen als Partner an die Macht zurück. Wallmann verzichtete auf sein Landtagsmandat und ließ sich als Anwalt nieder. Später war er Generalbevollmächtigter der Deutschen Vermögensberatung AG. Das Land prägende Projekte waren in den vier Jahren kaum zu verwirklichen, sieht man von der von Wallmann forcierten Direktwahl von Bürgermeistern und Landräten ab. In Erinnerung ist aber das herausragende persönliche und finanzielle Engagement seiner Regierung beim Aufbau demokratischer Strukturen in Thüringen nach der Wiedervereinigung 1990.

Ganz anders war es zuvor in Frankfurt gewesen, wo Wallmann neun Jahre lang Zeit hatte, einer Stadt seinen Stempel aufzudrücken, die vor allem als Bankenstadt und Ort studentischer Proteste in den Siebzigern bekannt war: Der Wiederaufbau der Alten Oper fällt in Wallmanns OB-Jahre, die Fachwerk-Ostzeile am Römerberg entstand und gemeinsam mit dem sozialdemokratischen Kulturdezernenten Hilmar Hofmann schuf er das Museumsufer. Es war, sagte er später einmal, die schönste Zeit seines beruflichen Lebens. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er 2009, als die Stadt Frankfurt ihn zum Ehrenbürger ernannte. Schon damals war er von Krankheit gezeichnet. Wallmann hinterlässt seine Ehefrau Margarete und seinen Sohn Walter, der seit kurzem Präsident des Hessischen Rechnungshofes ist.

Wer in welchem Bundesland regiert

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Quelle: op-online.de

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