Tierisch viel los auf Deutschlands höchstem Wolkenkratzer

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Ein Wanderfalken-Paar, bereits Stammgast auf dem Frankfurter Commerzbank Tower, hat sich wieder zum Brüten ins luftige Betonnest zurückgezogen.

Frankfurt - Auf dem Dach des höchsten deutschen Wolkenkratzers geht es in diesen Wochen wieder tierisch zu: Ein Wanderfalken-Paar, bereits Stammgast auf dem Frankfurter Commerzbank Tower, hat sich wieder zum Brüten ins luftige Betonnest zurückgezogen.

Seine drei Küken plustern sich dort oben in knapp 260 Metern Höhe. Das Paar ist seit 2007 Gast auf dem Dach des Turmes. „Sie waren zuletzt im 57. Stock des Hauses, jetzt sind sie umgezogen an die neue Adresse auf dem Dach“, sagte eine Mitarbeiterin der Commerzbank am Freitag.

Knochen und Federn liegen auch in diesem Jahr in einer Ecke der Plattform - es sind die Reste der Falkenmahlzeiten. Ansonsten brauchen die drei kleinen Küken kaum Betreuung. Die seltenen Vögel benötigen als Brutstätte nur einen Felsvorsprung oder Steinbruch, sie brüten aber auch zunehmend an Häusern, Masten und sogar ICE-Brücken. Wanderfalken, die größten heimischen Falken, standen Mitte der 1970er Jahre in Deutschland kurz vor dem Aussterben.

Ein Wanderfalken-Küken sitzt am in Frankfurt auf dem Dach des Commerzbank Tower.

Inzwischen gibt es nach Angaben von Umweltschützern allein in Hessen wieder 70 Brutpaare. Und der Commerzbank Tower ist nicht die einzige ungewöhnliche Brutstätte: Nach Angaben der Stadt Frankfurt siedelte sich 1982 erstmals ein Wanderfalkenpaar am Ginnheimer Fernsehturm an, wo seitdem fast alljährlich Bruten beobachtet werden. Mitte der 1990er Jahre wurde auch der Schornstein einer Frankfurter Müllverbrennungsanlage besiedelt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nennt auf seiner Internetseite zehn Brutplätze allein in Frankfurt.

Anders als zum Beispiel im Jahr 2008 haben sich die Commerzbank-Mitarbeiter noch nicht auf Namen für die ungewöhnlichen Gäste festgelegt. Vor drei Jahren wurde das damalige Küken nach einer Mitarbeiterbefragung „Falco“ genannt, auch „Cobi“ oder „Klausi“ waren in der näheren Auswahl.

Ob „Falco“ und dessen Eltern sich gerade mal wieder auf dem Tower niedergelassen hatten, konnte damals auch aus sicherer Entfernung beobachtet werden: auf dem Computer per eigens installierter Kamera. „Eine Webcam ist auch in diesem Jahr geplant, wir sind aber noch nicht so weit“, sagte die Bank-Mitarbeiterin dazu.

dpa

Quelle: op-online.de

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