Wann sich Ingenieure als Unternehmensberater eignen

+
Ingenieure bringen gute Voraussetzungen für den Beruf des Unternehmensberaters mit.

Um bei einer Consultingfirma erfolgreich zu sein, brauchen Sie nicht BWL studiert zu haben. Auch Quereinsteiger wie Ingenieure haben als Unternehmensberater gute Chancen. Sie denken analytisch und kennen sich mit der Materie aus. Doch nicht jeder Ingenieur ist auch ein guter Consultant.

Consultants beraten Unternehmen, wie sie ihre Abläufe verbessern können. Sie treiben die Produktentwicklung voran, klären Personalfragen und prüfen, wie sich die Unternehmensziele in der Praxis umsetzen lassen. Wirtschaftswissenschaftler haben in ihrem Studium gelernt, wie sie an solche Aufgaben herangehen und sie lösen. Doch in der Praxis stellt sich immer wieder heraus, dass auch Quereinsteiger den Job meistern. In Deutschland wird zum Beispiel jede fünfte Stelle als Unternehmensberater von einem Ingenieur ausgefüllt.

Karriere abseits der Industrie

Ingenieure erobern schon seit längerer Zeit die Branche. Sie bringen ein umfassendes technisches Wissen mit, können komplexe Zusammenhänge schnell erfassen und gehen Probleme strukturiert an. Diese Fähigkeiten machen sich Consultingfirmen zu Nutze. Denn auch hier kommt es darauf an, passgenaue Lösungen für neue Fragestellungen zu erarbeiten und Prozessabläufe schnell zu begreifen.

Außerdem haben Ingenieure einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Kollegen aus der Betriebswirtschaft: Sie kennen die Probleme ihrer Auftraggeber und sprechen ihre Sprache. Sie wissen beispielsweise, wie ein Kernkraftwerk oder ein Automotor funktioniert, und verstehen das Fachvokabular, ohne sich einarbeiten zu müssen. Kunden schätzen Ingenieure als Berater.

Gesucht: Ingenieure als Unternehmensberater

Consultingfirmen suchen deshalb bewusst nach Ingenieuren. Sie schalten oft Stellenausschreibungen für Jobs, die auf Consulting und Engineering zugeschnitten sind. Zudem bieten Sie Ingenieuren Gehälter, die meist sogar etwas über denen liegen, die die Industrie zahlt. Hochschulabsolventen erhalten in der Regel zum Einstieg 45.000 bis 50.000 Euro. In welche Höhen sich das Gehalt dann später schraubt, hängt stark vom Erfolg und Arbeitseinsatz ab.

BWL-Kenntnisse sind erforderlich

Ohne betriebswirtschaftliches Wissen kommt jedoch auch der beste Ingenieur im Beratungsgeschäft nicht weit. Grundlagen wie Kosten- Nutzen-Rechnung oder eine Bilanzanalyse gehören zu den Voraussetzungen für den Job. Das Gute ist: Alle diese Fähigkeiten lassen sich erlernen. Wer bereits im Studium mit dem Gedanken spielt, eventuell einmal in einer Unternehmensberatung zu arbeiten, sollte so früh wie möglich entsprechende Kurse belegen. Ingenieure, die erst später die Branche wechseln wollen, müssen sich dieses Wissen selbst aneignen. Oft schicken Unternehmen ihre neuen Mitarbeiter auf Schulungen.

Zwischenmenschliches Gespür ist nicht erlernbar

Auch die Persönlichkeit spielt eine wichtige Rolle. Ein Ingenieur kann nur als Unternehmensberater bestehen, wenn er kommunikations- und teamfähig ist. Consultants sind Dienstleister. Sie müssen ihre Leistung verkaufen und Lösungen vermitteln. Die Ziele des Unternehmens stehen im Vordergrund. Eigene Erfolge müssen hinten anstehen.

Der Job erfordert einen hohe Einsatzbereitschaft. Arbeitswochen mit 60 und mehr Stunden sind keine Seltenheit. Unternehmensberater müssen ihre Termine terminieren und sich selbst organisieren können. Außerdem müssen sie sich immer wieder auf neue Kunden einstellen.

Quelle: op-online.de

Kommentare