Besser aufs Auto umsteigen

Warnstreik: Nahverkehr liegt lahm

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Frankfurt/Offenbach - Keine Busse, keine Bahnen, keine Müllabfuhr und geschlossene Kindergärten: In Hessen - betroffen ist auch die Region - müssen heute viele Bürger im Tarifstreit um mehr Geld im Öffentlichen Dienst mit erheblichen Problemen leben.

Seit dem frühen Morgen liegt der Nahverkehr in einigen Städten lahm, in Frankfurt fahren keine Busse, Straßen- und U-Bahnen. Busse, auch von privaten Busunternehmen, würden zudem vom Rhein-Main-Gebiet bis nach Mittelhessen, Fulda und Marburg ganztägig nicht fahren, sagte Alexander Klein von der Gewerkschaft Verdi. „Die Depots der Verkehrsbetriebe in Frankfurt sind dicht.“

Auch „die eine oder andere Kindertagesstätte“ bleibe heute geschlossen, kündigte Klein an. Die Eltern seien aber vorab mit Briefen informiert worden. Aufgerufen zum Warnstreik sind außerdem die Müllabfuhr, die Straßenreinigung und das Personal in Krankenhäusern. Streik-Aktionen soll es unter anderem in Frankfurt, Wiesbaden, Hanau, Wetzlar, Gießen, Marburg, Limburg und Darmstadt geben. In Frankfurt ist gegen 10 Uhr ein Demonstrationszug mit anschließender Kundgebung geplant.

Massive Ausfälle im Offenbacher Linienverkehr

In der Region sind heute vor allem Offenbach und Hanau betroffen. Gerade Pendler sind auf ihr Auto umgestiegen. Wie die Polizei in Offenbach auf Anfrage heute Morgen bestätigte, sei das Verkehrsaufkommen auf den Straßen deutlich höher als gewohnt gewesen. Zu größeren Beeinträchtigungen durch Unfälle sei es aber nicht gekommen. Verschärft wird die Situation, da zudem Beschäftigte im privaten Busgewerbe streiken - und zwar bis Freitag. Fahrgäste mussten heute bereits ab Betriebsbeginn gegen vier Uhr mit erheblichen Störungen und massiven Ausfällen im Offenbacher Linienverkehr klarkommen, das hatten die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) bereits gestern angekündigt. Mit starken Beeinträchtigungen muss auch in den Kreisverwaltungen Offenbach in Dietzenbach sowie Darmstadt-Dieburg gerechnet werden. In Darmstadt entfallen bis einschließlich Freitag alle Straßenbahn- und Stadtbuslinien.

In den laufenden bundesweiten Tarifverhandlungen mit Bund und Kommunen fordert Verdi für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten 100 Euro pauschal und 3,5 Prozent mehr Geld. Morgen und am Freitag wollten Arbeitgeber und Gewerkschaften in Potsdam zur zweiten Tarifrunde zusammenkommen.

Warnstreik: Hier geht gar nichts mehr

Bilder vom bundesweiten Warnstreik

sjm/dpa

Quelle: op-online.de

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