Warnung vor Umweltkollaps

Offenbach ‐ In der Region herrscht blankes Entsetzen. Der sogenannte Anti-Lärmpakt wird in Kommunen wie Seligenstadt, Obertshausen, Hainburg oder Heusenstamm erst richtig für Lärm sorgen, das sind sich die Betroffenen sicher.

Was viele Bürger ebenso ärgert wie die Verwaltungsspitzen: Sie erfuhren von den geplanten Maßnahmen erst aus der Zeitung. Nun formiert sich der Protest. Nach den Sommerferien sind in mehreren Kommunen Versammlungen geplant. Ein Überblick:

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Und jetzt noch Flugzeugdonner über Hainburg und Seligenstadt

Hainburg:In Hainburg verfasste die SPD eine Resolution, in der sie die Gemeindevertretung auffordert, die Änderung der Flugrouten strikt abzulehnen. „Wir wollen keinen weiteren Umweltkollaps. Fahrzeuglärm der umliegenden Autobahnen, der Dreck von Staudinger und jetzt noch das Donnern der Flugzeuge, sagte SPD-Bürgermeisterkandidat Rolf Wich. Massive Kritik übt die SPD an Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU). Er verschleiere, wenn er die Behauptung aufstelle, die Politik sei für die Änderung der Flugrouten nicht verantwortlich, sondern die Flugsicherung.

Seligenstadt:Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams kündigte energischen Widerstand an, will sich mit Heusenstamm und Hainburg verbünden.

In Heusenstamm stirbt die Hoffnung zuletzt, wie Bürgermeister Peter Jakoby sagte. Der Rathauschef fürchtet nachts deutlich mehr Lärm vor allem für die nördlichen Wohngebiete. Von den akustischen Auswirkungen der neuen Einflugschneise wird wohl auch die Altstadt betroffen sein. Der Verwaltungschef will nun die Flieger aus dem schlossstädtischen Luftraum möglichst an den Rand drängen, 500 Meter weiter in Richtung A 3, denn schließlich sei es ein Unterschied, ob die Flugzeuge über einem Waldgebiet einschwebten, oder über einem Wohngebiet. Am 16. September soll zum Thema ein Bürgerinformationsabend gemeinsam mit Obertshausen stattfinden.

In Obertshausen erklärte Bürgermeister Bernd Roth, er stehe zu dem kürzlich vom Stadtparlament beschlossenen Antrag, wonach der Magistrat sich dafür einsetzen solle, dass es nicht zu Lärm-Mehrbelastungen für die Bürger komme. Der Magistrat sei allerdings auf die Aussagen von Fachleuten angewiesen und werde sich demnächst von Experten wie etwa einem Piloten näher über die Auswirkungen der geänderten Flugrouten informieren lassen. „Wir bleiben an dem Thema dran“, so Roth.

Offenbach: Stadt-Sprecher Carlo Wölfel erinnert daran, dass die Verschiebung von Flugrouten hin zur die Autobahn schon seit Jahren gefordert, aus angeblichen technischen Gründen aber immer abgelehnt worden sei. „Jetzt ist es aber offenbar doch möglich“, sagte er und bedauert, dass die Verschwenkung nur im Nachtbetrieb beziehungsweise in den Randstunden getestet werde: „Warum wird Offenbach nicht auch im Tagbetrieb ein wenig entlastet?“

Quelle: op-online.de

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