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Ein Wissenschaftler arbeitet in Darmstadt an einem Elektro-Magneten, ein Teilstück für die Beschleunigeranlage FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research).

Darmstadt - An die letzten Geheimnisse desUniversums machen sich Wissenschaftler aus aller Welt in Darmstadt. Das weltweit aufsehenerregende Projekt FAIR hat grünes Licht bekommen. Von Joachim Baier

Eines der weltweit größten Vorhaben für die physikalische Grundlagenforschung hat eine entscheidende Hürde genommen. In dem teilweise unterirdischen Teilchenbeschleuniger FAIR in Darmstadt wollen Forscher ab 2018 besonders präzise und intensive Strahlen von Antiprotonen und Ionen erzeugen, um die letzten Geheimnisse des Universums zu lösen.

Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) übergab gestern die erste strahlenschutzrechtliche Teilerrichtungsgenehmigung. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) teilte mit: „FAIR wird der Wissenschaft neue, weltweit einzigartige Forschungsmöglichkeiten bieten. Deutschland sichert sich mit seiner Beteiligung langfristig einen Spitzenplatz in der physikalischen Grundlagenforschung.“

Neun Nationen sind beteiligt

FAIR steht für „Facility for Antiproton and Ion Research in Europe“. Rund 3 000 Wissenschaftler aus über 50 Ländern wollen damit Rätsel um verschiedene Eigenschaften von Materie lösen, „die wir bisher noch überhaupt nicht verstehen“, wie Forschungsdirektor Professor Günther Rosner sagte. Beantwortet werden sollen Fragen wie „Warum existieren wir überhaupt?“ oder „Wie ist das Universum vor etwa 13,8 Milliarden Jahren entstanden?“

Das offizielle Logo der weltweit einzigartigen Beschleunigeranlage FAIR.

Die Gesamtkosten werden auf 1,6 Milliarden Euro geschätzt. An dem Projekt sind bisher neun Nationen beteiligt. In Nachbarschaft des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung wird eine 20 Hektar große Fläche genutzt. Hier entstehen Forschungsgebäude, die wegen der Strahlung bis zu acht Meter dicke Betonwände haben. Dort spielt sich das ab, worauf die Wissenschaftler mit Spannung warten.

Zunächst werden die Teilchen im alten Teil der Anlage beschleunigt. Im neuen runden Doppelringbeschleuniger von FAIR geben Elektro-Magnetfehler ihnen dann noch mehr Tempo. Schließlich rasen sie in die Forschungsgebäude, prallen dort auf eine Zielscheibe, zersplittern, lösen Reaktionen aus. „Es geht nicht nur um den Urknall, sondern auch um die bestehende Welt“, meinte Rosner. Bei dem Aufprall entsteht pro Teilchen etwa eine Billion Mal soviel Energie als wenn ein Auto gegen einen Baum prallt.

Da die Forschungsgebäude durch ihre massiven Betonwände zwar die Strahlung abfangen, aber auch enorm schwer sind, würden sie im Boden versinken. Im Herbst werden deshalb 1 500 Löcher gebohrt und mit Beton gefüllt - auf diesen Stützen sollen die Gebäude dann sicher stehen. Das 1,1 Kilometer lange Herzstück von FAIR, der kreisförmige Beschleuniger, wird 10 bis 15 Meter unter der Erde verlegt - mit extra dicken Betonwänden. Rosner. „Spaziergänger können auf dem Beschleuniger rumlaufen und picknicken. dpa

Quelle: op-online.de

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