Waschbärbabys aus Schornstein gerettet

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Eine Polizistin zeigt eines der Waschbärbabys.

Frankfurt (dpa) - Nach ihrer Rettungsaktion durch die Polizei werden sechs Waschbärbabys in einer Aufzucht-Station für Wildtiere in Frankfurt aufgepäppelt. Sonja Niebergall, Leiterin der Station im Stadtteil Bergen-Enkheim, kümmert sich um die putzigen Winzlinge.

„Den sechs geht es gut bei uns“, sagte Sonja Niebergall. Grade erst öffnen sie ihre Augen. Die Polizei hatte die wenige Wochen alten Jungtiere gestern aus einem Kamin in einem Haus in Friedrichsdorf bei Bad Homburg befreit.

Die sechs liebevoll betreuten Geschwister können sich glücklich schätzen, denn ihre Artgenossen gelten vielerorts als Plage. „Waschbären sind überhaupt nicht beliebt. Sie haben keine natürlichen Feinde und können sich stark vermehren“, sagte Sonja Niebergall. „So leicht werden wir sie aber auch nicht mehr los.“

Waschbären haben sich schnell vermehrt

Viele Wildparks seien schon überfüllt mit Waschbären. Gerade bei Hausbesitzern sind Waschbären gefürchtet. „Die nisten sich mit Vorliebe auf Dachböden ein und machen Blödsinn“, sagte Niebergall. Die sechs Babys seien im Moment noch pflegeleicht. „Aber wenn sie groß sind, geht der Ärger los“.

Die geretteten Waschbärbabys.

In zehn Wochen sollen sie in einen Wildpark umziehen. Die Tiere mit dem markanten schwarz-weißen Gesicht und dem gestreiften, buschigen Schwanz kommen ursprünglich aus Nordamerika. Am Edersee in Nordhessen waren am 12. April 1934 zwei Männchen und zwei Weibchen ausgesetzt worden, von denen die deutschen Waschbären abstammen. Seitdem haben sie sich enorm vermehrt und ausgebreitet. Inzwischen gibt es in Deutschland nach Schätzung von Wissenschaftlern bis zu einer halben Million Waschbären. Allein im Stadtgebiet von Kassel sollen es 2000 bis 3000 sein.

dpa

Quelle: op-online.de

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