„Weil Wolski so viel braucht“

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Der wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe angeklagte Rechtsanwalt Michael Wolski soll nach Aussage einer Zeugin eine enge Beziehung zu seiner vermögenden Mandantin gehabt haben.

Darmstadt ‐ Der wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe angeklagte Rechtsanwalt Michael Wolski soll nach Aussage einer Zeugin eine enge Beziehung zu seiner vermögenden Mandantin gehabt haben.

Die ehemalige Haushälterin der wohlhabenden Frau schilderte gestern vor dem Landgericht Darmstadt ihre Sicht der Verhältnisse. Die 71-Jährige berichtete, Wolski habe auch im Haus der 26 Jahre älteren Mandantin übernachtet. Die Zeugin berichtete von Liebesbriefen ihrer Chefin an den Rechtsanwalt. Außerdem habe ihm die Frau eine Wohnung auf Mallorca, einen Ferrari und ein Haus in Neu-Isenburg gekauft. Zudem erzählte die Zeugin von Reisen Wolskis mit seiner Mandantin nach Cannes. Von diesen Reisen habe Wolskis Frau gewusst. Wolski soll Einkommen- und Umsatzsteuer in Höhe von fast 2,6 Millionen Euro hinterzogen haben.

Zeugin berichtet von Schwierigkeiten der Firma

Er und seine Mandantin seien sich Ende der 1990er Jahre näher gekommen, so die Zeugin. Damals sei der Ehemann der Frankfurterin krank geworden und in ein Pflegeheim gekommen. In Gesprächen mit dem Buchhalter will die Zeugin herausgehört haben, dass es Anfang der 2000er Jahre finanziell nicht gut um das Unternehmen der Mandantin gestanden habe. „Er sagte, es sei fünf nach zwölf und er wisse nicht, wo er das ganze Geld noch hernehmen solle, weil Wolski so viel braucht“, schilderte die Frau. Die Nachfrage des Vorsitzenden Richters Rainer Buss, dass dies sich anhöre, als habe Wolski das Unternehmen ausgenommen, beantwortete die Frau mit Ja. „So habe ich es verstanden.

Ein ebenfalls als Zeuge vernommener anderer Buchhalter der Firma bestätigte die Darstellung der Frau. Er habe Wolski noch darauf aufmerksam gemacht, dass dieser mit seinen Steuererklärungen in Verzug sei.

dpa

Quelle: op-online.de

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