Klasse statt Masse

Weinlese im Rheingau und an der Bergstraße

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Beim Schnitt wird schon auf die Auslese geachtet.

Johannisberg/Heppenheim - Kälte im Frühjahr, große Hitze im Sommer: Das Wetter hat dieses Jahr Kapriolen geschlagen - und trotzdem sieht es nach einem guten Weinjahrgang aus.

„Wir sind relativ zuversichtlich, dass die Qualität im Schnitt der vergangenen Jahre liegt oder sogar leicht darüber“, sagt der Vize-Präsident des Rheingauer Weinbauverbands, Johannes Eser. Sorgen macht den Winzern aber die zu erwartende Menge des Weins: Im kleineren hessischen Anbaugebiet an der Bergstraße rechnen sie mit deutlichen Einbußen; im Rheingau hoffen sie auf ein zumindest durchschnittliches Jahr.

„Es wird kein Jahrgang mit großen Mengen“, prognostiziert der Rheingauer Weinbaupräsident Peter Seyffardt Entscheidend für die Hauptsorte, den Riesling, seien die Oktobertage. Trockenes, sonniges Wetter könne den Trauben noch einmal einen Schub geben.

Riesling-Lese wird in dieser Woche voll starten

Die Riesling-Lese wird voraussichtlich in dieser Woche voll starten. Die nötigen Vorarbeiten in den Weinbergen liefen in den vergangenen Tagen, so Seyffardt. Dabei wurden schon einmal die Trauben geerntet und aussortiert, die sich nicht gut entwickelt haben. Auch die Lese der Spätburgunder-Trauben steht laut Seyffardt bevor. Andere Sorten wie Müller-Thurgau seien dagegen bereits geerntet.

An der Hessischen Bergstraße ist es mit der Riesling-Ernte schon am vergangenen Dienstag (8. Oktober) losgegangen. Kleinere Sorten wie Frühburgunder und Müller-Thurgau sind dort bereits geerntet. Die Bergstraße ist mit rund 450 Hektar Deutschlands kleinstes Weinanbaugebiet. Die Qualität der Trauben stellt die Winzer auch hier zufrieden, doch sie erwarten deutliche Einbußen bei der Menge.

„Zur Rebblüte war es im Mai und Anfang Juni zu kalt gewesen“, sagte der Geschäftsführer der Bergsträßer Winzer eG, Otto Guthier. „Wir rechnen mit einer geringeren Ernte deutlich unter dem Durchschnitt, die Qualität ist aber gut..“ Die Bergsträßer gehen von einem Minus von rund 25 Prozent aus. In den vergangenen Jahren waren in dem Gebiet durchschnittlich zwischen 3,2 und 3,4 Millionen Liter Wein geerntet worden.

dpa

Quelle: op-online.de

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