Weitere Entlastungen für Pendler möglich

Frankfurt - (ku) Das Bundesverfassungsgericht hat im Dezember die Kürzung der Pendlerpauschale als unzulässig eingestuft. Daher haben die Finanzämter den Berufstätigen seit Jahresbeginn eine entsprechende Steuererstattung für 2007 gezahlt und über den Steuerbescheid für 2008 muss entsprechend weniger bezahlt werden.

Aufgrund eines im Bundestag diskutierten und wohl bald verabschiedeten Gesetzentwurfs („zur Fortführung der Gesetzeslage 2006 bei der Entfernungspauschale“) wird es für Berufstätige sogar in vielen Fällen eine weitere Steuerrückzahlung geben, wie die Kanzlei Ebner Stolz Mönning Bachem in Frankfurt mitteilte.

„Bislang berücksichtigt das Finanzamt nur die Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts, die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer wieder für die gesamte Fahrstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz abzuziehen“, heiß es weiter. Die geänderten Vorschriften enthielten aber noch zwei weitere Kürzungen, die nun ebenfalls rückgängig gemacht würden. „Karlsruhe hat dies zwar nicht gefordert, aber der Fiskus will nun offensichtlich reinen Tisch mit den Einschnitten der Vergangenheit machen“, erklärte Steuerberater Marcus Grzanna von Ebner Stolz Mönning Bachem.

Per Gesetz solle es ab 2007 wieder erlaubt sein, die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr abzusetzen, sofern der Fahrkartenpreis über dem pauschalen Kilometergeld liege. Dies könnten insbesondere Pendler in Ballungsgebieten nutzen, wenn etwa das Kurzstreckenticket über den 30 Cent der Entfernungspauschale pro Kilometer liege. Hinzu komme die Möglichkeit, Unfallkosten zusätzlich zur Pauschale absetzen zu können.

Sobald das Gesetz in Kraft getreten sei, müssten die Steuerbescheide hinsichtlich der Entfernungspauschale auch nicht mehr vorläufig ergehen, insoweit erhielten die Berufspendler Rechtssicherheit. „Es kann sich aber jetzt schon lohnen, nach Fahrkarten und Rechnungen über Unfallkosten zu suchen“, erklärte Grzanna. Diese würden dann der Steuererklärung 2008 schon einmal beigelegt. Für 2007 sei eine Änderung des Bescheids zu beantragen. Denn das Gesetz solle rückwirkend ab 1. Januar 2007 in Kraft treten.

Absetzbar seien dann die Aufwendungen für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, soweit sie den als Entfernungspauschale abziehbaren Betrag überschreiten würden. Wenn die Fahrpreise also über dem Kilometergeld lägen, dürften die übersteigenden Kosten zusätzlich angesetzt werden. „Das gelingt sogar tageweise, wenn Pendler etwa bei Glatteis den Bus benutzt haben und ansonsten mit dem Pkw gefahren sind.“ Dann werde für diese winterlichen Touren das Ticket angesetzt und für den Rest die 30 Cent pro Kilometer.

Hinzu kämen die Kosten eines Unfalls, der sich auf einer Fahrt zur Arbeit oder auf dem Heimweg ereignet habe, teilte die Kanzlei mit. Sie zählten als außergewöhnliche Aufwendungen zusätzlich zur Entfernungspauschale. Die derzeitige Regelung werde aufgehoben, wonach der Unfall durch das Kilometergeld abgegolten sei. „Erleiden Arbeitnehmer mit ihrem Pkw einen Unfall auf einer beruflichen Fahrt und holen sie sich wegen Glatteis oder der dunklen Jahreszeit ein paar Beulen am Pkw oder entsteht sogar ein größerer Schaden, können sie entsprechende Unfallkosten zusätzlich als Werbungskosten geltend machen.“ Abzugsfähig seien die Reparaturkosten am eigenen sowie am Fahrzeug des Unfallgegners. „Das gelingt auch dann, wenn auf den Erstattungsanspruch von der Versicherung verzichtet wird, um den Schadensfreiheitsrabatt zu retten“, betonte Grzanna. Springe die Vollkaskoversicherung ein, sei nur die Selbstbeteiligung absetzbar.

Quelle: op-online.de

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