Weites Feld bietet sich nach Abschluss

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Es ist ein Beruf mit Zukunft: Erzieherin beziehungsweise Erzieher. Dies zeigt ein Blick in die Statistik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit.

Offenbach ‐ Es ist ein Beruf mit Zukunft: Erzieherin beziehungsweise Erzieher. Dies zeigt schon ein Blick in die Statistik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Von Siegfried J. Michel

Danach wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in diesem Bereich im gesamten Bundesgebiet von 338.863 im Jahr 1999 auf 422.096 im Jahr 2009. Der Anteil der Frauen sank in diesem Zeitraum von 97,1 Prozent auf 96 Prozent. Das Statistische Landesamt Hessen beziffert das pädagogische Personal an Tageseinrichtungen für Kinder insgesamt auf 32 543 (Stand 1. März 2009). Die Zahl der Einrichtungen wird mit 3849 angegeben, die Zahl der genehmigten Plätze mit 249 041.

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Sicherlich der Hauptgrund für die Zunahme der Stellen in diesem Bereich ist, dass es seit 1996 in Deutschland einen Rechtsanspruch nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) auf einen Kindergartenplatz für Mädchen und Jungen vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung gibt. Für jüngere und ältere Kinder sollen bedarfsgerecht Plätze vorgehalten werden. Die Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin ist in den einzelnen Bundesländern allerdings unterschiedlich geregelt. Sie findet an Fachschulen, Berufsfachschulen, Berufskollegs und anderen Bildungseinrichtungen statt. Die Aus- bzw. Weiterbildung dauert zwei bis vier Jahre. Dabei können auch Zusatzqualifikationen erworben werden. Auch immer mehr Hochschulen bieten bereits Bachelor- und Master-Studiengänge für Erzieher an.

In Hessen ist dies durch die „Verordnung über die Ausbildung und die Prüfungen an den Fachschulen für Sozialpädagogik“ geregelt. Die dreijährige Ausbildung gliedert sich in einen überwiegend fachtheoretischen Abschnitt von zwei Jahren an einer Fachschule für Sozialpädagogik und ein anschließendes Berufspraktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung von einem Jahr. Eine unterschiedliche Ausbildung für Männer und Frauen, die in diesen Beruf einsteigen wollen, gebe es nicht, erklärte gegenüber unserer Zeitung Dr. Alexander Hirt, Vize-Pressesprecher des hessischen Kultusministeriums. Um an einer Fachschule aufgenommen zu werden, muss ein Zeugnis über einen „Mittleren Bildungsabschluss“ vorgelegt werden - oder ein als gleichwertig anerkanntes.

Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in“

Zudem wird in der Regel der Abschluss einer einschlägig anerkannten Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer gefordert. Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt es während der schulischen Aus- beziehungsweise Weiterbildung keine Vergütung. An manchen Schulen fielen für die Ausbildung vielmehr Kosten an, wie zum Beispiel Schulgeld, Aufnahme- und Prüfungsgebühren. Der berufspraktische Teil der Ausbildung könne vergütet werden, heißt es im BA-Steckbrief zum Beruf Erzieher/in.

Wer dann die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, ist berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in“ zu führen. Hauptarbeitsfelder sind nach bestandener Prüfung dann Kinderbetreuungseinrichtungen, zum Beispiel in kommunalen und kirchlichen Kindergärten, Kinderkrippen, Schul- und Betriebskindergärten sowie Horten oder Heimen für Kinder und Jugendliche. Auch in Erziehungs- oder Jugendwohnheimen, Jugendzentren, Familien- oder Suchtberatungsstellen, Tagesstätten, Wohnheimen für Menschen mit Behinderung oder in ambulanten sozialen Diensten sind Erzieher tätig. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten Kinderkliniken, kirchlich-religiöse Einrichtungen der Kinderbetreuung, Grund- und Sonderschulen oder Internate, Jugendorganisationen und Interessenvertretungen sowie Erholungs- und Ferienheime.

Quelle: op-online.de

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