Die Welt der Hörnchen liegt in Hähnlein

Auch japanische Eichhörnchen lieben das, was alle Eichhörnchen lieben: eine Walnuss.Fotos: dpa

Frankfurt/Rhein-Main - Bei Rainer Ritzerts Hobby hilft die Familie mit. Der 47-Jährige aus Alsbach-Hähnlein (Kreis Darmstadt-Dieburg) züchtet Hörnchen - und zählt zu den vielleicht fünf Experten auf diesem Gebiet in Deutschland. Von Joachim Baier (dpa)

In der großen Volière am Haus gibt es Japanische Eichhörnchen mit schwarzem Fell und weißem Bauch, Streifenhörnchen, Schönhörnchen mit mehrfarbigem Fell und buschigem Schwanz und - als Rarität - Himalaya-Zwergstreifenhörnchen.

Seine Begeisterung für die flinken Kletterer mit der putzigen Art entdeckte Ritzert vor 20 Jahren. „Bei einer Vogelbörse haben wir drei Hörnchen gekauft, aber wenig Spaß an ihnen gehabt. Die haben sich meistens eingebuddelt und wir bekamen sie kaum zu sehen.“ Im Urlaub fiel dann sein Blick auf eine Volière mit Streifenhörnchen. Da nahm sich Ritzert gleich ein paar mit.

Besonders die Aufzucht von Nachwuchs verlangt intensive Pflege und Sachkenntnis.

Mittlerweile ist sein Bestand auf rund 60 Hörnchen angewachsen. „In Spitzenzeiten sind es sogar 150 Tiere.“ Von den Wühlmäusen, Schildkröten und den Straußenwachteln in den Käfigen ganz zu schweigen. Eine Tonne Futter braucht der Züchter im Jahr, 3500 bis 4000 Euro muss er dafür einkalkulieren.
Hörnchen-Fans reißen Ritzert die Tiere aus der Hand. „Früher habe ich noch inserieren müssen. Heute hat sich mein Hobby herumgesprochen“, erzählt er. Zwischen 70 und 150 Euro kostet ein Hörnchen, je nach Rasse. „Wir haben mehr Anfragen als Jungtiere. Ich habe eine Reservierungsliste, die wird abgearbeitet.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

Ritzert, von Beruf Elektromeister bei Merck, müsste ohne die Unterstützung seiner Familie sein Hobby aufgeben. 25 Stunden pro Woche müssen schon investiert werden. Außenvolièren von 150 Quadratmeter wollen in Schuss gehalten werden. Hinzu kommen noch 60 Quadratmeter Winterquartier. Denn nicht jedes Hörnchen kann bei unseren Minusgraden im Freien bleiben. „Bevor ich ein Risiko eingehe, bleibt eine Rasse den Winter über drinnen.“

Denn Hörnchen ist nicht gleich Hörnchen. So leben die größeren Arten paarweise oder in kleineren Gruppen zusammen. Die markanten Streifenhörnchen halten es nur während der Paarungszeit miteinander aus, sie sind ansonsten Einzeltiere. Baumstreifenhörnchen wiederum leben sehr sozial. „Wenn mehrere Weibchen Junge haben, werden die sogar in ein Nest gelegt.“ 

Quelle: op-online.de

Kommentare