Weltneuheit von Resopal aus Groß-Umstadt

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So sieht Verbundstoff von Resopal aus Groß-Umstadt aus.

Groß-Umstadt ‐ Resopal, ein führender Schichtplatten-Hersteller mit Firmensitz in Groß-Umstadt, forciert den Umweltschutz. Eine gemeinsam mit Partnern entwickelte sogenannte Biokompositplatte mit dem Namen „Re-Y-Stone“ hat Geschäftsführer Donald Schaefer jetzt vorgestellt. Von Marc Kuhn

Sie besteht nach seinen Worten vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen - ein Produkt, „das auf dieser Welt noch nicht produziert wurde“. Die Platten werden aus recycelten Papieren und natürlichen Harzen hergestellt. Der Harz entstehe auf der Basis der sogeannten Bagasse, einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung, sagte der Entwicklungschef von Resopal, Lutz Reitzel. Auch die Entsorgung sei umweltfreundlich möglich.

Die Platten könnten zerkleinert und als Füllmaterial genutzt werden. Sie könnten aber auch thermisch verwertet werden, da die Platten einen sehr hohen Heizwert hätten. „Wir müssen mehr für die Umwelt tun“, erklärte Schaefer. Mit Blick auf die gescheiterten Umweltgipfel fügte der Geschäftsführer hinzu: „Die Politik hat nicht viel bewegt, die Industrie aber“. Sein Unternehmen bezieht nur noch Ökostrom.

Der Verbundwerkstoff wurde mit der Dekodur GmbH in Hirschhorn und der Hans Schmid GmbH in Gronau entwickelt. Gemeinsam soll er auch hergestellt und vertrieben werden. Die Produktion starte im Januar, erläuterte Schaefer. Es würden bereits erste Aufträge vorliegen. Die Küchenindustrie zeige großes Interesse. Gedacht sind die Platten aber auch für den Ladenbau. Der Geschäftsführer hat beim amerikanischen Mutterkonzern Wilsonart bereits eine zusätzliche Presse beantragt.

Unternehmen setzt stark auf Innovationen

Die Groß-Umstädter sehen sich weiter auf Erfolgskurs. Im Krisenjahr 2009 seien Rekordergebnisse bei Umsatz und Ergebnis erzielt worden, sagte Schaefer. Im Geschäftsjahr 2010, das Ende November endet, werde der Umsatz um rund 9,3 Prozent auf etwa 137 Millionen Euro gesteigert. Wegen höherer Rohstoffpreise falle das Ergebnis aber um etwa 1,2 Prozent niedriger aus, erklärte Schaefer.

Resopal, vor der Übernahme durch den Wilsonart-Konzern 1998 kurz vor der Insolvenz, setzt stark auf Innovationen. Rund 26 Prozent des Umsatzes und etwa 39 Prozent des Gewinns würden mit Produkten erwirtschaftet, die in den vergangenen Jahren entwickelt worden seien, berichtete Schaefer. Die Mitarbeiterzahl ist um 40 auf 610 gestiegen.

Quelle: op-online.de

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