Räumungstermin am 1. Januar vom Tisch

Wende im Poker um die Rennbahn

Frankfurt - Der Streit um den Fortbestand der Rennbahn im Stadtteil Niederrad und den Bau einer Fußball-Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf diesem Areal scheint in seinen Auswirkungen für die Stadtplanung kaum noch kalkulierbar. Von Michael Eschenauer 

So soll das neue Schulungszentrum des Deutschen Fussball-Bundes aussehen.

So ist der immer wieder von offizieller Seite genannte Termin für die Übergabe des Rennbahn-Geländes zum 1. Januar nächsten Jahres wohl nicht mehr zu halten: Vertreter der Stadt verhandeln derzeit mit dem Renn-Klub und dem Golfclub über die beabsichtigte Räumung. Außerdem wird in der kommenden Woche wahrscheinlich das Landgericht Frankfurt die Frage zu klären versuchen, ob die Betreiberin des Rennbahnbetriebs, die städtische Hippodrom GmbH, den Pachtvertrag mit dem Golfclub korrekt gekündigt hat. Der Betreiber des Neun-Loch-Golfareals, Hermann Weiland, fordert von der Mainmetropole eine Millionen-Entschädigung dafür, dass er von seinem noch bis zum Jahr 2024 laufenden Pachtvertrag mit zweifacher Verlängerungsoption zurücktritt. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung erklärte, will man versuchen, den Gerichtstermin durch vorher angesetzte Verhandlungen zu vermeiden. Genannt werden in Frankfurter Medien Entschädigungssummen um die zwei Millionen Euro.

Überraschend ist die Reaktion der Stadt Frankfurt auf Berichte, der 1. Januar als Übergabetermin an den DFB, sei niemals als bindend angesehen worden. Ausschlaggebend, so das Planungsdezernat jetzt, sei, zu welchem Zeitpunkt der DFB das Gelände tatsächlich benötige. Dies sei erst im Herbst kommenden Jahres der Fall. Bis dahin könne der Golfclub bleiben. Außerdem müsse der Bebauungsplan für das 15 Hektar große Grundstück von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Danach könne der Deutsche Fußball-Bund die Baugenehmigung beantragen.

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Übergabe des Rennbahn-Geländes verzögert sich

Mit Spannung erwartet wird der Ausgang einer zweiten gerichtlichen Auseinandersetzung: Hier geht es um die Räumungsklage der Stadt gegen den Renn-Klub. Auch er will auf dem Gelände bleiben und pocht auf einen Pachtvertrag mit Hippodrom. Einen Verhandlungstermin gibt es derzeit noch nicht. Allerdings werten Beobachter die neue Kompromissbereitschaft der Stadt gegenüber dem Golfplatz-Betreiber Weiland als Indiz dafür, dass auch der Renn-Klub und andere auf dem Gelände ansässige Unternehmen mit ihren Forderungen Rückenwind bekommen könnten.

Quelle: op-online.de

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