Lebensmittelkontrolleure in Hessen warnen vor Lücken bei Überwachung

Wenig gelernt aus Skandalum Dioxin-Eier

Offenbach (psh) ‐ Ein Jahr nach dem Skandal um dioxinbelastete Eier und Fleischprodukte hat sich die Sicherheit für die Verbraucher offenbar noch nicht spürbar verbessert.

Matthias Hermann, Vorsitzender des Landesverbands der Lebensmittelkontrolleure, sagte zu unserer Zeitung: „Die Lage in Hessen hat sich nach dem Skandal nicht verändert. Es fehlen immer noch Kontrolleure in den meisten Behörden und eine Besserung ist nicht in Sicht.“ Für die „Not an der Front“ sind nach seinen Angaben letztlich in fast allen Bundesländern die Landkreise verantwortlich. „Dort wird die Lebensmittelüberwachung leider nur ,nach Kassenlage‘ durchgeführt; in Hessen gibt es nach wie vor unbesetzte Stellen“, erklärte Hermann. Seine Forderung: Die Verantwortung mit Weisungsrecht der Lebensmittelüberwachung sollte bundesweit bei einer Behörde liegen.

Der 14-Punkte-Plan, auf den sich Bund und Ländern als Reaktion auf den Skandal um Dioxin-Eier geeinigt hatten, wartet unterdessen in weiten Teilen noch auf die Umsetzung. Acht von 14 Punkten sind noch offen, manche Vorschläge wurden abgespeckt. So dürfte es eine Positivliste von Produkten, die an Tiere verfüttert werden dürfen, so schnell nicht geben, weil die EU derzeit dagegen ist. Johannes Remmel, Verbraucherschutzminister in Nordrhein-Westfalen, wirft der Bundesregierung vor, ihre Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. „Es fehlen weiter klare, einheitliche Vorgaben für die Eigenkontrollen in Futtermittelbetrieben“, sagte Remmel den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe.

Der Verein „Foodwatch“ zieht demnach ebenfalls eine ernüchternde Bilanz: „Man wollte die Leute wohl mit dem 14-Punkte-Plan ruhig stellen. Mit dem, was da angestoßen wurde, dürfte in Zukunft solch ein Dioxin-Ereignis nicht überzeugend verhindert werden können“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. Kritik kommt auch vom Deutschen Bauernverband. Die von den Bauern geforderte Haftungsregelung für Futtermittel-Hersteller ist offenbar vom Tisch. Die Bundesregierung sieht sich hingegen auf einem guten Weg. Die Umsetzung des 14-Punkte-Plans werde konsequent vorangetrieben.

Quelle: op-online.de

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