Bald weniger Unfälle?

Frankfurt investiert 2,75 Millionen Euro in Blitzer

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Frankfurt - Die Stadt Frankfurt investiert 2,75 Millionen Euro in die technische Überwachung von Unfallschwerpunkten. Bis Ende 2015 sollen insgesamt 26 Blitzanlagen Unfälle verhüten helfen.

An nahezu jeder Ampel in Frankfurt wird mindestens einmal am Tag das Rotlicht missachtet. Noch häufiger aber halten sich die Autofahrer nicht an Tempolimits. "Das Verhältnis ist im Durchschnitt ungefähr 15 zu 1", erklärt Sachgebietsleiter Markus Kalb vom Straßenverkehrsamt. Zumindest bei denen, die erwischt werden. "Der Umgang mit Tempo und mit Rot ist in den vergangenen Jahren ein bisschen lockerer geworden", berichtet Abteilungsleiter Rainer Michaelis. Viele fühlten sich ständig unter Zeitdruck. Außerdem gebe es ein erhöhtes subjektives Sicherheitsgefühl wegen des technischen Fortschritts der Fahrzeuge.

Was ist das wirksamste Mittel gegen Tempo- und Rotlichtsünder? "Kontrolldruck", ist sich Kalb sicher. "Wenn es mehr Anlagen gibt, setzt sich bei vielen im Kopf fest: "Ich muss mich anders verhalten"", ergänzt Michaelis. Die Stadt will deshalb mit Beschluss von Ende 2012 rund 2,75 Millionen Euro für die technischen Überwachung von Unfallbrennpunkten ausgeben.

Nicht an allen Standorten gleichzeitig geblitzt

Die Zahl der fest installierten Blitzanlagen soll unter anderem von 9 (Ende 2011) auf 26 bis Ende 2015 steigen. Allerdings wird nicht an allen Standorten gleichzeitig geblitzt: Die 15 digitalen Messanlagen werden dann je nach Bedarf in den 26 Anlagen verwendet. Ein Vorteil der digitalen Technik: Verkehrssünder, die eine Anlage in der Hoffnung zerstören wollen, ihr Vergehen ungeschehen zu machen, haben keinen Erfolg. Die Bilder werden an das städtische Datennetz weitergeleitet.

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Was stationäre Überwachungsanlagen bringen, zeige das Beispiel Königsteiner Straße im Stadtteil Unterliederbach, wo vor gut einem Jahr ein Junge tödlich verletzt worden war. Anfangs hätten die 2012 aufgestellten neuen Anlagen pro Monat und Richtung rund 1500 mal geblitzt. "Dann ging es von Monat zu Monat runter - auf jetzt nur noch etwa ein Drittel", berichtet Kalb. An der viel befahrenen Friedrich-Ebert-Anlage zwischen Messe und Hauptbahnhof habe die neue Anlage anfangs rund 200 Rotsünder im Monat geblitzt. Dazu kamen zahlreiche Temposünder, viele fuhren 90 statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde, der Spitzenreiter raste mit Tempo 122 durch die Stadt.

Aufgestockt wurden in den vergangenen Jahren auch die mobilen Messfahrzeuge: Von drei auf fünf. Dazu kommen im Stadtgebiet noch die sechs Messgeräte der Polizei, von denen nach eigenen Angaben jeden Tag mindestens fünf im Einsatz sind - an ganz verschiedenen Stellen.

Trotz Millioneneinnahmen durch die Blitzer betont Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne): Die Wahl der Blitzanlagen erfolge nicht nach fiskalischen Gesichtspunkten. Unfallverhütung sei die oberste Richtschnur, so schreibe es die entsprechende Richtlinie vor.

dpa

Quelle: op-online.de

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