Hessen soll jetzt zu einem Vorreiter für umweltschonende Elektromobilität ausgebaut werden.

Wenn Batterien Räder erhalten

Offenbach - Tanken an der Steckdose, lautlose Busse und Müllwagen, mit Hilfe satellitengestützter Navigation in Elektroautos vorbei an Staus: Oberbürgermeister Horst Schneider malt die Zukunft in der Region in rosigen Farben, wenn „Batterien Räder bekommen“. Von Peter Schulte-Holtey

Offenbach wird von der Entscheidung des Bundesverkehrsministers, Rhein-Main als Modellregion für Elektromobilität zu erklären, in einem hohen Maße profitieren“, verkündet er und verweist auf ökonomische und ökologische Vorteile. Noch etwas ist Schneider wichtig: Die Initiative könne sich „zu einem Katalysator für ein Zusammenwachsen der Region entwickeln“.

Ob es wirklich zu der erwarteteten besseren Kooperation der Städte in der Region kommen wird, ist noch fraglich. Zunächst soll es Gespräche über die einzelnen Vorhaben geben. Offenbach und Frankfurt wollen beispielsweise Neubaugebiete mit elektrisch angetriebenen Verkehrsmitteln erschließen. Auch über den Ausbau des Elektro-Tankstellennetzes  wird  geredet. Offenbachs Bürgermeisterin Birgit Simon hat schon weiter geplant: Der Projektauftakt könne in der im September stattfindenden Woche der Mobilität erfolgen - zehn Tage lang ist eine gemeinsame Aktionswoche geplant, in der in der gesamten Region das praktische Erleben neuer energiesparender Ideen und Innovationen in den Bereichen Wohnen und Freizeit sowie hinsichtlich emissionsfreier Mobilität im Nah- und Fernverkehr greifbar gemacht werden soll.

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In Rhein-Main wird spürbar, was in Berlin mit Energie vorangetrieben wird. Die Anstrengungen der Bundesregierung, beim ökologischen Umbau der Elektrizitäts- und Automobilwirtschaft voranzukommen, sind unübersehbar. Über Subventionen und Vorzeigeprojekte werden die beiden Branchen vernetzt. Die Landesregierung in Wiesbaden will dabei offenbar eine besondere Rolle spielen. Als Modellregion Rhein-Main hatte sich das Land Hessen mit Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel sowie dem Autobauer Opel und dem Energieversorger HSE beworben - und schließlich den Zuschlag für einen großen Anteil am 115-Millionen-Euro-Subventionskuchen bekommen. „Die Landesregierung will die Nachfrage nach Fahrzeugen, die mit regenerativen Energien betrieben werden, steigern. Außerdem soll die Produktion von Elektroautos angekurbelt und die erforderliche Infrastruktur wie etwa Tankstellen und spezielle Werkstätten aufgebaut werden“, fasst HSE zusammen. Der Versorger will sich am Aufbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge beteiligen. Zudem habe man unter anderem Gespräche mit Opel aufgenommen. Der Autohersteller suche mit Blick auf die Einführung des Elektroautos Ampera im Jahr 2010 einen Dienstleister für die Stromversorgung. „Ein Netzwerk soll dazu beitragen, die Elektromobilität voranzubringen“, sagt HSE-Prokurist Bernhard Fenn. Aus Sicht des Versorgers nutzen Elektroautos der Umwelt nur dann effektiv, wenn sie mit Ökostrom betrieben werden.

Lob kommt auch vom Verband kommunaler Unternehmen. „Für die Stadtwerke kann hier ein interessanter Zukunftsmarkt entstehen“, so Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. „In den Fuhrparks öffentlicher Unternehmen, aber auch in Pilotprojekten mit interessierten Haushaltskunden wird die Erprobung dieser Mobilitätsinnovation eine zentrale Rolle spielen.

Quelle: op-online.de

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