Wenn der Einbrecher kommt

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Die Rückkehr aus dem Urlaub kann zum Albtraum werden. Allein im vergangenen Jahr wurden 108 284 Wohnungseinbrüche registriert, der Schaden ist immens.

Offenbach - (sjm) Es ist Sommerzeit - die Häuser öffnen sich. Fenster und Terrassentüren stehen auf „Kipp“, damit ein wenig Luftzug durch die Wohnung geht. Auch wenn Mieter oder Hausherren „nur mal kurz“ das Domizil verlassen, bleiben Fenster und Türen auf Kippstellung.

Dies wissen Diebe zu nutzen, wie sich erst kürzlich wieder in der Jahnstraße in Rodgau zeigte. Dort brachen Unbekannte laut Polizei durch ein gekipptes Fenster in eine Erdgeschosswohnung ein, durchwühlten die Schränke und ließen Schmuck, einen Laptop und Bargeld mitgehen.

Eine solche Tat hätte wohl schon durch eine simple „Kippsicherung“ verhindert werden können, die den Ganoven die Arbeit erheblich schwerer macht, meint dazu Kriminalhauptkommissar Peter Bender, Leiter der Beratungsstelle beim Polizeipräsidium Südosthessen. Zusammen mit Kollegen berät er im Polizeiladen in Offenbach Bürger, wie diese sich vor Langfingern besser schützen können.

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Sommerzeit ist auch Urlaubszeit, in der viele Wohnungen und Häuser leerstehen, auch dies wissen Einbrecher zu nutzen. Ist also Urlaubszeit auch Einbruchszeit? Eine Zunahme der Delikte sei in den Sommermonaten nicht zu registrieren, berichtet Henry Faltin von der Pressestelle des Polizeipräsidiums. Weil es länger hell ist sinken die Zahlen vielmehr. Verstärkt eingebrochen werde immer noch in der dunklen Jahreszeit, so Faltin. Gleichwohl sollten aber Bewohner, die sich in den Urlaub verabschieden, darauf achten, dass sie nicht unbewusst selbst zu „Tippgebern“ für die Kriminellen werden, raten die Experten. So lockt z.B. schon ein überquellender Briefkasten Diebe an. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen kann man aber einem Albtraum nach dem Traumurlaub entgegenwirken.

Alle zwei Minuten schlagen Ganoven zu

Noch besser aber ist es, wenn man Wohnung oder Haus grundsätzlich einbruchsicherer macht. Bei bestehenden Objekten ist eine Nachrüstung u.a. durch einbruchhemmende Profilzylinder und Schutzbeschläge an Türen, die schon genannten Kippsicherungen und Abhebesicherungen an Kellerschächten möglich. Auf Wunsch kommen die Berater des Polizeiladens Offenbach ins Haus, um dazu kostenlos wertvolle Tipps zu geben. Insbesondere bei Neubau oder Renovierung kann man, so Bender, dafür sorgen, dass z.B. durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren ein Plus an Sicherheit entsteht.

Dass dies notwendig ist, wird auch klar, wenn man bedenkt, dass etwa alle zwei Minuten eingebrochen wird. Bundesweit wurden 2008 allein 108 284 Wohnungseinbrüche registriert, ergab die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik. Dies entspricht einem geringfügigen Rückgang um 0,8 Prozent im Vergleich zu 2007. Sehr deutlich, nämlich um 7,1 Prozent, fiel aber der Anstieg der Fälle des Tageswohnungseinbruchs (auf 42 240 Fälle) aus.

Im Vergleich zu 1993 ist die Zahl der Einbrüche aber um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Nach Experteneinschätzung hängt dies vor allem mit der gestiegenen Sicherheitstechnik zusammen, mehr als ein Drittel der Einbrüche scheitert daran, zwei Drittel gelingen aber. Nach Angaben der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“ bezifferte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den Schaden durch Einbrüche in Wohnungen und Gewerbe auf rund 650 Millionen Euro, 400 Millionen davon allein im privaten Bereich.

Quelle: op-online.de

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